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Wurde ILOVEYOU versehentlich ausgelöst?

12.05.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der philippinische Computerstudent Onel de Guzmann räumte gestern in einer Pressekonferenz ein, er könnte den Virus "I Love You" auch versehentlich ausgelöst haben. In der vergangenen Woche hatte der bis dato gefährlichste Computervirus weltweit einen Schaden von mehr als zehn Milliarden Dollar angerichtet. Der schlacksige Student, der nach eigenen Angaben durchschnittlich fünf Stunden täglich online ist, erklärte, das Programm muss auf eine ihm unerklärbare Weise außer Kontrolle geraten sein. Eigentlich sei die von ihm geschriebene Software lediglich dazu gedacht gewesen, das Internet für jeden frei verfügbar zu machen. In einem Land, in dem eine Stunde Internet die Hälfte eines durchschnittlichen Tagesverdienstes kostet, erhält diese Aussage besondere Brisanz. Das Geständnis des Studenten änderte bislang nichts an der Meinung der Ermittler, die Guzman nicht als Hauptverdächtigen einstufen.