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Will Microsoft Suchmaschinennutzer bezahlen?

12.12.2005
Laut einem Bericht des "Wallstreet Journal" könnten Anwender von MSN Search Geld, Inhalte und Software erhalten.

Im Wettbewerb mit dem Suchmaschinenmarktführer Google will Microsoft offenbar die Gangart verschärfen. Einem Bericht des "Wallstreet Journal" zufolge denkt der Konzern darüber nach, Surfer am Anzeigenumsatz, den "MSN Search" erzielt, zu beteiligen. "Die Anwender bekommen Geld, freien Content oder Software", zitiert die Zeitung den Firmengründer Bill Gates. Wann und ob es dazu kommt, steht noch nicht fest.

Microsoft ist bemüht, mehr Nutzer auf seine Suchmaschine zu locken. Je mehr Surfer sich dort tummeln, desto attraktiver wird die Site für Werbekunden, und mit Anzeigen verdienen Search Engines schließlich ihr Geld (siehe auch Werbeumsätze im Internet wachsen um 34 Prozent).

Aus diesem Grund verhandelt Microsoft derzeit mit dem Medienkonzern Time Warner. Nach dem Willen der Redmonder soll die Suchmaschinenvermarktung von MSN mit der des zum Medienhaus gehörenden Online-Dienstes AOL gekoppelt werden (siehe auch Steigt AOL auf MSN als Suchmaschine um?). Über eine ähnliche Partnerschaft verhandelt auch MSN-Rivale Google, der Suchtechnik für AOL bereitstellt. Diese Zusammenarbeit macht einen großen Teil des Werbeumsatzes des kalifornischen Internet-Unternehmens aus.

Im Suchmaschinengeschäft liegt Google nach wie vor an der Spitze. Laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen/NetRatings nutzen 45 Prozent der US-amerikanischen Surfer Googles Suchdienst, auf MSN entfallen 12 Prozent. (fn)