Digital Business in 10 Schritten

Wie Unternehmen transformieren

Tim Neugebauer ist Dozent und Sprecher des Forums Digital Business im Verband der Softwareindustrie Berlin-Brandenburg (SIBB e.V.) sowie Geschäftsführer des Software- und Beratungshauses DMK E-Business.
Wer seine Ressourcen immer nur auf die Optimierung des Status Quo ausrichtet, vergisst die tiefergehenden Chancen, die ihm die Digitalisierung bietet. Wir geben Ihnen zehn Tipps an die Hand, zum digitalen Vorreiter zu werden.

Deutschland ist ein Land der Controller, Risikominimierer und Effizienzsteigerer. Nicht, dass dies grundsätzlich schlecht wäre. Es gehört zu jeder gut laufenden "Performance Engine", sie immer weiter zu optimieren. Solange der Motor Deutschland noch industriegetrieben auf Hochtouren läuft und die Wachstums- und Stabilitätssäule ganz Europas ist, wird diesem Modell jedoch alles untergeordnet. Nur so ist es zu erklären, dass die Digitalisierung und die daraus entstehenden Modelle des Digital Business in Deutschland zwar wahrgenommen, aber nur in geringem Maße aufgegriffen werden. Unternehmerisch gedeihen können sie lediglich im relativ abgegrenzten Ökosystem der Berliner Digitalavantgarde.

Veränderung beginnt damit, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Veränderung beginnt damit, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Foto: Ploedfisch_Fotolia

Zwar wurde niemals zuvor so viel über Gründergeist und Veränderungsnotwendigkeit geschrieben. Keine Konferenz, kein Fachvortrag kommt noch ohne "Digital Disruption" oder "Digital Transformation" aus. Doch während digitale Start-ups die urbanen Metropolen als ihr Testfeld zur Gestaltung einer smarten Zukunft betrachten, reagieren die Etablierten mit Phlegma.

Wie Sie sich überflüssig machen

Die kontinuierliche Verbesserung ist sicherlich eine legitime Form unternehmerischen Handelns. Durch Prozessoptimierungen werden Arbeitsabläufe schneller, weniger fehlerbehaftet und günstiger. Produkte und Dienstleistungen werden auf bestehender Basis weiter optimiert, etwa durch die Anreicherung mit zusätzlichen Funktionalitäten. Beschränkt man sich jedoch auf dieses Vorgehen, ist das im digitalen Zeitalter ein probates Mittel, um das eigene Unternehmen oder Geschäftsmodell überflüssig zu machen.

Wenn Unternehmen ihre Ressourcen nur auf die Optimierung des Status quo ausrichten, bleibt zu wenig Raum für die Auseinandersetzung mit den tiefer gehenden Chancen und Risiken der technologisch induzierten Veränderung. Die Auseinandersetzung ist in Anbetracht der immensen Reichweite der Digitalisierung jedoch dringend notwendig. Denn die revolutionierende Kraft des Digital Business erfasst heute tatsächlich alle Branchen. Digitale Konkurrenten mit neuartigen Geschäftsmodellen, smarten Produkten und integrierten Dienstleistungen hinterfragen und verändern bestehende Marktstrukturen. Wollen die etablierten Unternehmen klassischer Wirtschaftszweige in Zukunft konkurrenzfähig bleiben, heißt es daher, den digitalen Wandel durch eigene Transformationsanstrengungen aktiv selbst zu gestalten.

Diese zehn Schritte bringen Sie auf den richtigen Weg: