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WestLB soll Infomatec-Kurs unterstützt haben

06.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) soll den Kurs der angeschlagenen Augsburger Software-Company Infomatec "aktiv" unterstützt haben. Wie die Zeitung "Euro am Sonntag" in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet, habe die konsortialführende Bank dem Hersteller seine Hilfe schriftlich zugesichert. In einem der Publikation vorliegenden Schreiben habe sich die WestLB verpflichtet, dass ihre Analysten "selbstverständlich mit entsprechenden Kommentaren und Empfehlungen" auf Pressemitteilungen von Infomatec reagieren werden. In den Veröffentlichungen der Bank werde die Aktie "insbesondere in den ersten Monaten nach Börsengang zur aktiven Kursunterstützung berücksichtigt", heißt es weiter.

Ein Sprecher der WestLB hat inzwischen zu den Vorwürfen Stellung genommen. Eine konsortialführende Bank sei dazu verpflichtet, beim Börsengang einer Firma auch einen Markt für das Unternehmen zu schaffen. In Sachen Infomatec seien alle rechtlichen Vorschriften beachtet worden.

Die Staatsanwaltschaft in Augsburg hat sich noch nicht entschieden, ob sie das Bankhaus in ihre strafrechtlichen Ermittlungen mit einbeziehen will. Die Behörde untersucht bereits die Ex-Vorstände Gerhard Harlos und Alexander Häfele wegen Verdachts auf Insiderhandel und Kursbetrug. Allerdings sollen Infomatec-Aktionäre bereits Schadensersatzansprüche an die WestLB gestellt haben.