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WestLB gibt Infomatec den Laufpass

01.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Westdeutsche Landesbank Girozentrale (WestLB) hat die Betreuung des in die Schlagzeilen geratenen Augsburger Konzern Infomatec Integrated Information Systems AG mit sofortiger Wirkung aufgekündigt. Mit diesem Schritt zieht die Bank, die den Hersteller von Settop-Boxen bei seinem Börsengang als Konsortialführer begleitet hatte, die Konsequenzen aus den gefälschten Ad-hoc-Meldungen von Infomatec. Gleichzeitig gab die WestLB bekannt, der Aufsichtsratsvorsitzende Volker Müller-Scheessel habe sein Amt mit Wirkung zum 27. September niedergelegt.

Infomatec hatte in den umstrittenen Meldungen Millionenaufträge verkündet, die jedoch offenbar nicht den Tatsachen entsprachen - ein inzwischen handfester Börsenskandal, den die COMPUTERWOCHE vor kurzem aufdeckte. In dieser Woche senkte Infomatec dann auch seine Umsatzerwartungen für das laufende Jahr um 50 Prozent. Statt der erwarteten 90 bis 100 Millionen Euro rechne man nunmehr mit lediglich 50 Millionen Euro. Nun will der Schutzbund der Kleinaktionäre Strafanzeige gegen den Augsburger Hersteller erstatten (CW Infonet berichtete).

Die Infomatec-Aktie, die sich seit Bekanntwerden des Skandals auf einem Sturzflug befindet, verlor am heutigen Tag weitere 14,5 Prozent und wurde gegen 17.30 zu 5,30 Euro gehandelt.