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Börse hatte noch mehr erwartet

Werbung füllt Google ordentlich die Kassen

16.07.2010
Bei Google läuft das Geschäft rund. Der Suchmaschinen-Primus hat im zweiten Quartal verglichen zum Vorjahreszeitraum seinen Umsatz um satte 23 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar hochschrauben können.
Google-Chef Eric Schmidt
Google-Chef Eric Schmidt
Foto: Google

Im gleichen Maße stieg der Gewinn auf 1,8 Milliarden Dollar. "Google hatte ein starkes zweites Quartal", bilanzierte Konzernchef Eric Schmidt am Donnerstag nach US-Börsenschluss im kalifornischen Mountain View.

Nach den Worten von Schmidt ist ein eindeutiger Trend erkennbar: Die werbenden Unternehmen stecken ihr Geld immer öfter in Internetanzeigen. Selbst Firmen, die bislang eher auf Zeitungen, Radio oder Fernsehen gesetzt haben, schwenkten um. "Wir sind zuversichtlich, was unsere Zukunft angeht."

Aktie nachbörslich unter Druck

Die Börsianer zeigten sich unbeeindruckt. Ihnen war der Gewinn immer noch zu niedrig. Google hatte auf seinem Wachstumskurs mehr Mitarbeiter eingestellt (die Zahl stieg von 20.600 auf 21.800) und mehr Geld in neue Produkte und die Vermarktung gesteckt. Das schmälerte das Ergebnis. Die Aktie fiel nachbörslich um vier Prozent. Sie war allerdings in den vergangenen Wochen in Erwartung guter Zahlen um mehr als zehn Prozent gestiegen.

Doch Google-Chef Schmidt will sich nicht beirren lassen. Erst jüngst übernahm der Konzern einen Spezialisten für die Suche nach billigen Flügen - Google will auch in diesem Bereich zur Nummer eins aufsteigen. "Wir werden weiter aggressiv investieren", kündigte Konzernchef Schmidt an. Ende Juni hatte das Unternehmen 30,1 Milliarden Dollar in der Kasse.

An Google führt kaum ein Weg vorbei

Android 2.2 "Froyo" auf dem Google-Handy Nexus One
Android 2.2 "Froyo" auf dem Google-Handy Nexus One

Google verdient sein Geld hauptsächlich mit Werbung im Umfeld von Suchergebnissen. In der schlechten Wirtschaftslage sparten sich viele Firmen die teuren Anzeigen. Nun geht es wieder deutlich aufwärts. Nicht nur die Zahl der Buchungen nimmt zu, sondern auch der Preis, den Google für den einzelnen Klick verlangen kann. Er stieg im Jahresvergleich um vier Prozent.

An Google kommt im Internet kaum jemand mehr vorbei. Das einst als Suchmaschine gestartete Unternehmen hat mittlerweile in unzähligen Feldern Fuß gefasst. Das führt unweigerlich zu Konflikten. Der heftigste Streit tobte in China, wo Google die Internetzensur nicht länger hinnehmen wollte. Mittlerweile haben die Amerikaner mit der Regierung in Peking einen Waffenstillstand geschlossen und dürfen weitermachen.

Abenteuer Mobilfunkgeschäft

In der westlichen Welt war Google wegen seines "Street-View"-Projekts angeeckt. Die durch die Städte fahrenden Autos hatten nicht nur Fotos geschossen, sondern sich auch offene WLAN-Netze erfasst und Datenchnipsel daraus aufgezeichnet. Datenschützer ließen Sturm, mittlerweile interessieren sich auch Staatsanwälte für den Fall.

Zudem wird der Internetkonzern von Rivalen wie Facebook mit seiner wachsenden Fangemeinde oder Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing bedrängt. In China hat Google nach dem Streit mit der Regierung weitere Marktanteile an den Rivalen Baidu verloren.

Eines der größten Abenteuer ist das Mobilfunk-Geschäft. Der Konzern hat das Handy-Betriebssystem Android entwickelt und mit dem "Nexus One" auch ein eigenes Smartphone auf den Markt gebracht. Nach einem durchwachsenen Start gilt Android mittlerweile als größte Gefahr für Apple mit seinem iPhone. (dpa/tc)