Schon dicke Kampagnen gebucht

Werbetreibende zeigen reges Interesse an iPad

26.03.2010
Von pte pte
Kurz vor dem US-Markteintritt am 3. April hat das iPad in der Werbebranche bereits für einiges Interesse gesorgt.
Ab 3. April in den USA zu haben: Das iPad von Apple.
Ab 3. April in den USA zu haben: Das iPad von Apple.
Foto: Apple PR

Schon jetzt haben zahlreiche namhafte Unternehmen Anzeigenflächen auf den iPad-Applikationen von Medienhäusern wie "Wall Street Journal", Reuters oder "New York Times" gebucht. Dazu zählen unter anderem FedEx, Unilever, Toyota Motor und der Kreditkartenanbieter Chase Sapphire.

Zumindest für den Anfang können sich die Verlage, die auf das iPad drängen, über ein gutes Anzeigengeschäft freuen. Die Werbeflächen der Verlage auf dem Apple-Tablett kosten zwischen 75.000 und 300.000 Dollar - für einige Monate und einem gewissen Maß an Exklusivität, zitiert die "New York Times" Phuc Truong, Managing Director bei Mobext US, einer Mobile-Marketing-Sparte bei Havas Digital.

Wie lukrativ sich die mobile Plattform längerfristig für Verlage und Werbetreibende erweisen wird, kann derzeit jedoch niemand genau abschätzen. "Elektronische Marktkommunikation ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema. Allerdings sind noch viele Fragen offen", meint auch Volker Nickel, Sprecher beim Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), im Gespräch mit pressetext. So seien sowohl technische Fragen als auch Verbreitungsfragen noch ungeklärt.

"Wir gehen davon aus, dass mobile Kommunikationsinstrumente in der Zukunft eine beachtliche Rolle spielen werden. Allerdings kann man nicht erwarten, dass die Entwicklung von heute auf morgen wie das Anknipsen eines Lichtschalters funktioniert", so Nickel weiter. Noch müsse vieles erst ausprobiert werden. "Die Zukunft gehört aber sicherlich Crossmedia."

Nach der ersten Euphorie über das iPad sind jedenfalls härtere Verhandlungen zwischen Werbetreibenden und Verlagen zu erwarten. Während Werber darauf hoffen, dass die elektronische Werbung künftig Kosten einsparen kann, drängen die Verlage auf höhere Preise als im Print, haben aber gleichzeitig noch gar keine standardisierten Abrechnungsmodelle. Bis dato sind Werbetreibende jedenfalls gewöhnt, danach zu bezahlen, wie oft eine Anzeige online gesehen wurde oder je nach Reichweite einer Zeitung. Wie populär und verbreitet das iPad sein wird, kann aber derzeit niemand abschätzen. (pte)