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Wer übers Internet telefoniert, telefoniert nicht

13.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Voice over IP (VoIP) ist ein Internet-Service und keine Telekommunikationsdienstleistung, hat die US-Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) entschieden. Damit unterliegen die Anbieter von VoIP-Diensten nicht den selben Auflagen wie Telefongesellschaften.

Angesichts des Angebots von Telefon-Flatrates, die zu monatlichen Grundgebühren ab 35 Dollar kostenlose Inlandsgespräche in beliebiger Menge ermöglichen, und Minutenpreise für Interkontinentalgespräche, die bei einem Sechstel der Gebühren traditioneller Telefongesellschaften liegen, forderten Telekommunikationsunternehmen die Regulierung des wachsenden VoIP-Marktes. US-Bundesstaaten schlossen sich den Forderungen an. Sie befürchten unter anderem Steuerausfälle (Computerwoche.de berichtete).

"VoIP ist in keine Weise eine andere Dienstleistung als E-Mail oder Peer-to-Peer", sagte der FCC-Vorsitzende Michael Powell. Die Entscheidung des Gremiums sieht jedoch eine Ausnahme vor. Wenn VoIP-Dienste die Verbindung zum Festnetz ermöglichen, sind deren Betreiber wie Telefongesellschaften zu behandeln. Dann müssen sie die Verbindung zum nationalen Notruf 911 ermöglichen und sich an Stiftungen beteiligen, die Mittel zur Subventionierung von Telefondiensten in wenig besiedelten Gegenden bereitstellen.

VoIP-Anbieter wie Vonage oder Pulver.com verzeichnen in den USA eine stark wachsende Nachfrage. Vonage hat eigenen Angaben zufolge im letzten Jahr rund 100.000 Kunden gewonnen und rechnet mit weiteren 200.000 Anwendern 2004 (Computerwoche.de berichtete). (lex)