Gerüchte um Ford-CEO

Wer beerbt Ballmer bei Microsoft?

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die Spekulationen um die Steve-Ballmer-Nachfolge schießen ins Kraut. Jüngstes Gerücht: Ford-CEO Alan Mulally soll es machen. Wir stellen weitere, heiß gehandelte Kandidaten vor.

Die neueste Entwicklung wurde aus dem Microsoft-nahen Umfeld lanciert, das zumindest berichtete vergangenen Woche der Online-Blog-Dienst "AllthingsD", ein digitaler Abkömmling des in der Regel gut informierten "Wall Street Journals". Demnach hat sich der aktuelle Ford-CEO Alan Mulally zum Favoriten unter allen gehandelten Kandidaten für den Posten des Microsoft-CEOs aufgeschwungen (siehe auch Ford-Chef Mulally Kandidat für Microsoft-Spitze).

Noch vor wenigen Wochen hatte Mulally indes betont, dass er seine nahe Zukunft bei Ford plane, doch offenbar hat er seine Meinung nun geändert. Angeblich habe er sich mehr und mehr mit der Idee angefreundet, den strauchelnden Software-Riesen in ruhige und zukunftsträchtige Fahrwasser zu führen.

Mulally ist 68 Jahre alt und lenkt seit sieben Jahren die Geschicke von Ford. Er hat sich in der Branche einen respektablen Ruf erarbeitet, ist branchenübergreifen gut vernetzt und trieb als Chef des Autokonzerns die IT-Durchdringung im Auto voran. Die technische Basis des Ford-eigenen Infotainment-Systems "Sync" entstand im Rahmen ein Kooperation mit Microsoft. Zudem stand Mulally Steve Ballmer beratend zur Seite, als der scheidende Microsoft-CEO eine neue Management-Struktur entwarf und im vergangenen Sommer intern implmentierte.

Weitere Anzeichen für einen möglichen Wechsel sind Mulallys Verbundenheit zur Stadt Seattle. Der Manager war früher CEO von Boeing Commercial Airplanes. Das Unternehmen hat ebenso wie Microsoft seinen Hauptsitz in Seattle, und Mulally hat mehrfach betont, in die Region zurückkehren zu wollen. Außerdem hat das Aufsichtsgremium von Ford einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge dem Top-Manager die Möglichkeit eingeräumt, vorzeitig von seinem Posten zurückzutreten. Zunächst wurde über ein Wechsel in die Politik unter Präsident Barack Obama spekuliert, nun erscheint die Ausstiegsoption im anderen Licht.

Wie auch immer, letzten Endes wird kein Manager ohne das Okay von Bill Gates an die Spitze von Microsoft treten können. Der Gründer des Konzerns soll in den vergangenen Wochen vermehrt am Firmensitz gesichtet worden sein, um sich um die Nachfolgeregelung zu kümmern. In diversen US-Medien werden häufig folgende Top-Manager als aussichtsreichste Kandidaten gehandelt.