KfW-Gründungsmonitor

Weniger Existenzgründer in Deutschland

Alexandra Mesmer
Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 14 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie schreibt, redigiert, organisiert, moderiert und kümmert sich um die Online-Rubriken Karriere & Gehalt, Freiberufler, Young Professional und den Karriere-Ratgeber sowie den Karriere- und Freiberufler-Newsletter.
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Die Lage auf dem Arbeitsmarkt war 2011 so gut, dass sich 100.000 Menschen weniger für eine Gründung im Nebenerwerb entschlossen haben als noch im Vorjahr. Das geht aus dem Gründungsmonitor der KfW hervor.

Rund 835.000 Menschen haben sich im vergangenen Jahr selbständig gemacht. Dies sind elf Prozent weniger als noch 2010. Zu dem Ergebnis kommt der Gründungsmonitor der KfW, der auf einer repräsentativen Befragung von 50.000 Personen beruht. Der Monitor macht den Rückgang ausschließlich bei den Nebenerwerbsgründern aus (von 540.000 auf 443.000 Personen). Die Zahl der Existenzgründer, die sich für die Selbständigkeit als Haupterwerb entschieden haben, blieb bei 392.000 fast konstant.

Bessere Verdienstchancen dämpfen Gründungslust

"Die sehr gute Arbeitsmarktentwicklung und bessere Verdienstchancen für Arbeitnehmer haben den Anreiz für Gründungen im Nebenerwerb gedämpft", erklärt Axel Nawrath, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe. "Erfreulich ist aber, dass sich die Zahl der Gründungen im Vollerwerb gegen diesen Trend auf stabilem Niveau bewegt." Bei zum zweiten Mal in Folge hohem Wirtschaftswachstum hatten viele Menschen mit guten Ideen nun genügend Vertrauen in eine solide Nachfragesituation, um ihren Start in die Selbständigkeit zu wagen.

KFW-Chefsvolkswirt Norbert Irsch: Je länger die Angestellten arbeiten müssen, desto weniger Zeit bleibt ihnen, sich neben dem Job selbständig zu machen.
KFW-Chefsvolkswirt Norbert Irsch: Je länger die Angestellten arbeiten müssen, desto weniger Zeit bleibt ihnen, sich neben dem Job selbständig zu machen.
Foto: KfW

Dass sich 2011 weiterhin so viele für eine Gründung im Vollerwerb entschlossen, führt die KfW auch auf die Kürzung des Gründungszuschusses, die am 28. Dezember 2011 in Kraft getreten ist, zurück. Viele Gründungswillige zogen ihren Schritt in die Selbständigkeit vor und sicherten sich damit die Förderung der Bundesagentur für Arbeit zu den günstigeren alten Bedingungen. In den Augen von KfW-Chefsvolkswirt Norbert Irsch hängt auch die steigende Arbeitszeit vieler Angestellter mit dem Rückgang der Gründer zusammen: Je besser die Auftragslage und je mehr die Angestellten arbeiten müssen, desto weniger Zeit bleibt ihnen, um sich neben ihrem Job noch selbständig zu machen.

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