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Weltweiter PDA-Absatz bricht weiter ein

03.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Geschäft mit Personal Digital Assistants (PDAs) ist 2004 das dritte Jahr in Folge geschrumpft. Untersuchungen der Marktforschungsgesellschaft IDC ergaben, dass im vergangenen Jahr weltweit insgesamt 9,2 Millionen Taschencomputer verkauft wurden. Verglichen mit dem Vorjahr, als 10,6 Millionen PDAs abgesetzt worden waren, entspricht das einem Minus von 13 Prozent.

Die Marktforscher von IDC werten als Handhelds lediglich die klassischen Geräte ohne Telefonie-Funktion. Erfolgreiche Smartphones wie das "Treo 650" von PalmOne wurden also nicht berücksichtigt.

Den Grund für den Absatzrückgang sehen die Marktforscher von IDC größtenteils in der Konkurrenz durch Smartphones. Verstärkt wurde dieser Effekt noch durch den Rückzug der Hersteller Sony und Toshiba aus dem internationalen PDA-Geschäft.

"Insbesondere Privatkunden investieren keine 600 Dollar in ein Handheld, wenn ein Smartphone die gleichen PIM-Basisfunktionen (Personal Information Management) unterstützt", erklärt IDC-Analyst David Linsalata.

Was den Geräten fehle, seien neue Features wie GPS-Unterstützung (GPS = General Positioning System). Weitere Beispiele für Funktionen, die dem PDA-Markt wieder Auftrieb geben könnten, fielen Linsalata allerdings auch nicht auf Anhieb ein. Selbst wenn Killerapplikationen noch fehlten, hätten die Handhelds dennoch einige Grundvorzüge gegenüber Smartphones, merkte der IDC-Analyst an. Dazu zählten etwa größere und hellere Displays, stärkere Batterien oder eine angeschlossene Tastatur.

Marktführer im PDA-Geschäft ist laut IDC nach wie vor PalmOne mit 39,6 Prozent Marktanteil. Nachdem der PDA-Pionier im Vorjahr noch mehr als vier Millionen Geräte absetzen konnte, wanderten 2004 nur noch 3,65 Millionen Handhelds mit PalmOne-Logo über den Ladentisch. Zulegen konnte dagegen der Konkurrent HP. Mit fast 2,5 Millionen verkauften PDAs erreichte der Konzern einen Marktanteil von 27,1 Prozent. Auf Platz drei landete Dell mit 695.170 verkauften Handhelds und 7,6 Prozent Marktanteil vor Sony. Da der Hersteller seit der zweiten Jahreshälfte 2004 nur noch den japanischen Markt mit PDAs beliefert, brach der Absatz von 1,4 Millionen auf 418.830 Geräte ein. Das entspricht einem Marktanteil von 4,6 Prozent. Das Schlusslicht der Top-Five bildete der Aldi-Lieferant Medion. Angetrieben durch die starke Nachfrage nach einem GPS-Kombiangebot verkaufte der Discounter 234.325 Handhelds, und erreichte 2,5 Prozent Marktanteil. (mb)