Statement

Was Google zu Apple vs. Samsung sagt

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Apples Patentklagen gegen Samsung zielen indirekt auch auf Google und dessen erfolgreiche Plattform Android.
"Plain" Android findet sich fast nur auf den offiziellen Google-Geräten - hier das "Galaxy Nexus" (das auch Samsung baut).
"Plain" Android findet sich fast nur auf den offiziellen Google-Geräten - hier das "Galaxy Nexus" (das auch Samsung baut).
Foto: Samsung

Nach dem vernichtenden Jury-Spruch gegen Samsung am Freitagabend (Ortszeit) herrschte zunächst Funkstille in Mountain View. Mittlerweile hat Google dann aber auch eine kurze Stellungnahme zu der Entscheidung abgegeben. Sie lautet wie folgt:

"Das Berufungsgericht wird sowohl die Patentverletzung wie auch die Stichhaltigkeit der Patentansprüche prüfen. Die meisten davon beziehen sich nicht auf das reine Android-Betriebssystem und mehrere davon werden gerade vom U.S. Patent Office erneut geprüft. Die Mobilbranche dreht sich schnell und all ihre Player - auch Newcomer - bauen auf Ideen auf, die es schon seit Jahrzehnten gibt. Wir arbeiten mit unseren Partnern daran, den Verbrauchern innovative und günstige Produkte anzubieten, und möchten das durch nichts eingeschränkt sehen."

Die US-Journalistin Kara Swisher vom Techblog "All Things Digital" übersetzt das Statement etwas freier so:

"Lieber Gott, mach, dass Samsung die Berufung gewinnt. Denn wenn Apple sich durchsetzt, dann sind wir vielleicht als Nächste dran. Wir hoffen, dass unsere mobile Patent-Einkaufstour uns schützt, aber die ‚Alles-schon-mal-dagewesen‘-Verteidigung ist unser Notfallplan. Aber lassen Sie uns wiederholen: Lieber Gott."

Was die in San Jose behandelten Vorwürfe gegen Samsung angeht, muss sich Google hinsichtlich der AOSP-Version von Android (die allerdings fast nur auf Googles eigenen Smartphones und Tablets zu finden ist; die anderen Android-Partner stülpen dem System zumeist ihre eigene Oberfläche über) wohl in der Tat wenig Sorgen machen. Und Samsung hatte der Internet-Konzern ja sogar explizit gewarnt, mit unter anderem seinen Galaxy-Tablets das iPad nicht zu plump abzukupfern.