Datenqualität

Warum Informatica AddressDoctor kauft

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Mit der Übernahme verschafft sich Informatica eine starke Position auf dem Gebiet der Adressvalidierung und hat bereits konkrete Pläne.

Anfang des Monats hatte der auf Software für Datenintegration spezialisierte Hersteller Informatica das in Maxdorf bei Mannheim ansässige Softwarehaus AddressDoctor für eine nicht genannte Summe übernommen. Damit gelangt Informatica in Besitz von Technik zur Adressprüfungen, die AddressDoctor mittlerweile für rund 240 Länder und Territorien bereitstellt.

Kunden, die vor allem aus dem Handel, Tourismusbranche und Dienstleistungsgewerbe stammen, können mit ihr auf unterschiedlicher Detailebene Anschriften validieren, beispielsweise nach Straßen oder dem Lieferort. Dank der Unterstützung von Geokodierung können Kunden zudem die Adressdaten mit Längen und Breitengraden kombinieren.

Gestärkte Position im Datenqualitäts-Management

Auch Informatica ist seit längerem mit Produkten für das Datenqualitäts-Manamgement in Markt unterwegs. So findet sich als Teil der Werzeugsammlung "Informatica Data Quality" auch als "Data Quality Content Option" bezeichnete Software für die globale Adressvalidierung. Hinter diesem Angebot steckt die Technik von AddressDoctor, die das Softwarehaus seit längerem im Rahmen eines OEM-Abkommens beisteuert. Mit dem Kauf des Partners will sich Informatica offenbar vor allem den Zugang zu dieser Technik sichern und die eigene Position in im Markt für Datenqualitäts-Management-Software stärken, der laut Analysten aktuell ein Volumen von 438 Millionen Dollar hat (siehe auch die Umfrage zu Datenqualität in deutschen Unternehmen).

Laut Informatica-Geschäftführer Otto Neuer ist man künftig der einzige Anbieter mit integrierter Adressvaldierungs-Engine.
Laut Informatica-Geschäftführer Otto Neuer ist man künftig der einzige Anbieter mit integrierter Adressvaldierungs-Engine.
Foto: Otto Neuer

"Wir werden in der Lage sein, unseren Kunden eine globale Address Validation Engine zur Verfügung zu stellen, die in über 200 Ländern funktionieren wird. Dies wird ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber unseren Mitbewerbern sein", erklärte Otto Neuer, Geschäftsführer Zentraleuropa von Informatica, auf Anfrage der Computerwoche. Die Adressvalidierung sei ein kritischer Bestandteil der Datenqualität und decke geschätzte 40 Prozent der Datenpflegearbeiten ab. Zusätzlich könne man die Technik in Anwendungsgebieten wie Stammdatenverwaltung und CRM positionieren, welche mittlerweile ebenfalls im Fokus der Produktstrategie Informaticas liegen.

"Diese Akquisition stärkt unsere Konkurrenzfähigkeit im Markt, da wir nun die Eigentümer der relevanten Intellectual Properties auf dem Gebiet der globalen Adressvalidierung sind." Laut Neuer sei man nunmehr der einzige Anbieter, der eine integrierte Address Validation Engine vorzeigen könne. Um diesen Vorteil auszubauen, will der Hersteller nun die Produkte von AddressDoctor in der nächsten Version 9 der Datenintegrationsplattform "PowerCenter" enger in das eigene Portfolio zu integrieren.