Wann kommt LTE?

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.

CW: Herr te Niet, was macht Nortel so optimistisch, dass der UMTS-Nachfolger LTE nahezu marktreif ist?

TE NIET: Wir haben bereits bei unserem Trial mit T-Mobile im September den Beweis angetreten, dass LTE erstens schon läuft und zweitens bereits 2008 ein Live-Netz in der Lage ist, einen Handover zwischen verschiedenen Zellen vorzunehmen - mit einem HD-Video im Live-Stream, Web-Browsing sowie Multimedia-VoIP über eine Webcam. Drittens wird damit die Wahrscheinlichkeit, dass LTE bereits Ende 2009/ Anfang 2010 in operativen Netzen in Betrieb genommen wird, sehr hoch. Dieser Aspekt ist auch für Nortel von Bedeutung, nachdem wir das UMTS-Access-Geschäft früh verkauft haben.

CW: Wird sich der Durchbruch von LTE durch die Finanzkrise verzögern?

TE NIET: Das glaube ich nicht. Verschiedene Netzbetreiber haben schon 4G-Netze im Testbetrieb und planen eine Markteinführung im Jahr 2010. Ein Vorteil von LTE sind die im Vergleich zu UMTS geringeren Betriebskosten. So geht die Anzahl der Netzelemente zurück, weil die Basisstationen gleichzeitig als Access-Gateways zum Backhaul-Netz fungieren. Dank des Konzepts der selbstorganisierenden Netze wird außerdem das Konfigurieren einfacher. Generell ist somit der Business Case für Carrier mit LTE besser.

CW: Wie ist der Stand der Dinge bei den Endgeräten?

TE NIET: Zugegeben, die im Feldversuch von Kooperationspartner LG Electronics bereitgestellten Terminals waren noch recht groß. Alle haben aber aus den Fehlern bei UMTS gelernt und arbeiten nun frühzeitig mit Endgeräteherstellern zusam-men. (mb)