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W3C empfiehlt Standard 2.0 für VoiceXML

04.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Web-Konsortium W3C hat die Version 2.0 der Spezifikationen für VoiceXML (Voice Extensible Markup Language) als "Proposed Recommendation" veröffentlicht. Damit stehen sie kurz vor der Standardisierung. VoiceXML soll es ermöglichen, auf Internet-Funktionen mittels Sprachbefehlen oder so genannten Touch-Tones (Töne, die zum Beispiel auf Telefontastaturen hinterlegt sind) zuzugreifen. Im Rahmen des vom W3C entwickelten "Speech Interface Framework" bildet VoiceXML das Kernstück, das durch die SSML (Speech Synthesis Markup Language) ergänzt wird, die die Sprachausgabe des Rechners steuert, und durch die SRGS (Speech Recognition Grammar Specification), die Sprachbefehle definiert.

Die "Candidate Recommendation" hatte das W3C bereits vor einem Jahr herausgebracht. Bereits damals rechneten Experten damit, dass sich die Standardisierung in die Länge ziehen werde (Computerwoche.de berichtete). Der Grund liegt in lizenzrechtlichen Ansprüchen, denn VoiceXML basiert zum Teil auf Technologien, die sich Philips Electronics und die Rutgers University in New Jersey patentieren ließen. Das W3C wollte jedoch nur Standards verabschieden, die lizenzfrei zu nutzen sind.

Eine neue Patentrichtlinie, nach der in Einzelfällen Ausnahmen zugelassen werden können, verabschiedete das Konsortium im Mai 2003 (Computerwoche.de berichtete). Die im Rahmen der neuen Richtlinie eingesetzte Patent Advisory Group (PAG) konnte die lizenzrechtlichen Fragen mit den Patentinhabern klären.

Der fertige VoiceXML-2.0-Standard liegt nach Angaben des W3C voraussichtlich in vier Wochen vor. (lex)