Wegen Investitionsstau

VW-IT hat ein Security-Problem

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Eine interne Untersuchung hat die Gefahr eines Hackerangriffs auf Volkswagen einem Zeitungsbericht zufolge "schonungslos aufgedeckt".
VW-CIO Klaus Hardy Mühleck steht wegen Sicherheitslücken in der Kritik.
VW-CIO Klaus Hardy Mühleck steht wegen Sicherheitslücken in der Kritik.
Foto: VW

Bei Volkswagen gibt es laut "Financial Times Deutschland" gravierende Sicherheitslücken im konzerneigenen Computersystem. Eine interne Untersuchung von Experten der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers habe offengelegt, dass Europas größter Autohersteller nur schlecht gegen mögliche Hackerangriffe abgesichert ist - und sensible Firmengeheimnisse zu leicht abgefischt werden könnten.

VW sei bereits dabei, die Löcher zu stopfen, berichtet das Blatt unter Berufung auf einen Insider. Der Autobauer wolle in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in eine besser geschützte Informationstechnologie investieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch habe die IT-Sicherheit zur Chefsache erklärt. Bislang soll es indes noch keinen Übergriff auf das Datensystem der Wolfsburger gegeben haben.

Die Schwachstellen sind konzernintern offenbar schon länger bekannt, heißt es weiter. Sie könnten demnach auch CIO Klaus Hardy Mühleck den Job kosten. Ihm wird vorgeworfen, zu spät auf die dramatischen Erkenntnisse reagiert zu haben. Mühleck gehört zu den wichtigsten IT-Managern in Deutschland. In Wolfsburg hat er den Rang eines Generalbevollmächtigten und berichtet direkt an VW-Chef Martin Winterkorn.

Auf Anfrage der COMPUTERWOCHE sagte ein Unternehmenssprecher: "Die Volkswagen-IT erfüllt höchste Sicherheitsstandards, die selbstverständlich fortlaufend weiterentwickelt werden. So wurde zum Beispiel vor drei Jahren in diesem Zusammenhang ein umfassendes Programm aufgelegt. Dazu gehört das im April eröffnete zentrale Rechenzentrum in Wolfsburg mit einer Investitionssumme im zweistelligen Millionenbereich. Dieses Rechenzentrum setzt Maßstäbe auf Top-Niveau in der Automobilbranche für die Sicherheit derartiger Einrichtungen." Personalspekulationen, betonte der Sprecher, kommentiere man grundsätzlich nicht. (jha)