Subscription Licensing

Vor- und Nachteile von Software-Abonnements

12.10.2015
Als Regional Vice President EMEA bei Flexera Software verantwortet Alois Schwarz den Bereich Software Monetization im europäischen Markt. Er ist seit fast 10 Jahren für Flexera Software tätig und unterstützt Hardware- und Softwarehersteller dabei, mithilfe von Technologien für Lizenzierung und Berechtigungsmanagement ihre Software oder ihre intelligenten Geräte zu monetarisieren und zu schützen.
Der wachsende Trend zu Abo-Modellen im Softwaregeschäft verändert die Beziehung zwischen Käufer und Anbieter. Doch auch wenn vieles für Software-Abonnements spricht, stellt dieses Modell kein Allheilmittel dar.

Sowohl Software-Hersteller als auch Unternehmen, die Software nutzen, sollten sich der Vor- und Nachteile des Subscription Licensing bewusst sein, da sie den Geschäftswert entscheidend beeinflussen können.

Unternehmen sollten sich auch mit der Alternative Miet-Software-Modell auseinander.
Unternehmen sollten sich auch mit der Alternative Miet-Software-Modell auseinander.
Foto: lexkopje-shutterstock.com

Vorteile für Unternehmen, die Software nutzen

  • Niedrigere Einstiegskosten: Da die Vorlaufkosten bei einem Abonnement in der Regel niedriger ausfallen als bei einer herkömmlichen Dauerlizenz, fällt eine wichtige Hürde beim Kauf von Software.

  • Betriebskosten versus Anlagekosten: Software-Abonnements werden von Unternehmen bevorzugt, die den Fokus auf ihre betrieblichen Aufwendungen legen. So lassen sich Software-Lizenzierungen auf Abonnementbasis als Betriebsanlagen angeben, während unbefristete Lizenzen als Kapitalaufwendungen verrechnet werden müssen.

  • Support vom Hersteller: Die Kundenzufriedenheit bei Subscription-Modellen spielt für Softwarehersteller eine wichtige Rolle - sie entscheidet über eine Verlängerung des Abonnements und damit letztendlich über das Umsatzwachstum. Dementsprechend tragen Abonnements oft zu einer Stärkung der Lieferantenbeziehungen bei.

Nachteile für Unternehmen, die Software nutzen

  • Höhere Gesamtbetriebskosten: Verläuft die Software-Implementierung erfolgreich und stellt sie eine dauerhafte Lösung dar, liegen die Kosten für Software-Abonnements im Vergleich zu unbefristeten Lizenzen langfristig gesehen höher. In der Regel ist das je nach Vertrag nach drei oder fünf Jahren der Fall.

  • Unsicherheit bei den Ausgaben: Im Zusammenhang mit den höheren Gesamtbetriebskosten lassen sich auch langfristige Ausgaben für Softwarepakete auf Grund der Laufzeit des Abonnements nicht genau einplanen. Anforderungen im Unternehmen ändern sich und es ist unklar, wie sich diese Änderungen während der Laufzeit des Abonnements und bei einer Verlängerung auf die Kosten umschlagen.

Subscription-Modelle oder unbefristete Lizenzen: Welches Lizenzmodell sich lohnt, hängt stark von den Anforderungen der Unternehmen bzw. Softwarehersteller ab.
Subscription-Modelle oder unbefristete Lizenzen: Welches Lizenzmodell sich lohnt, hängt stark von den Anforderungen der Unternehmen bzw. Softwarehersteller ab.

Vorteile für Software-Hersteller

  • Software-Lizenzierungen auf Abonnementbasis erzielen oft ein Umsatzwachstum und garantieren vorhersehbare und wiederkehrende Einnahmen. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Unternehmensbewertung aus. Davon ausgehend, dass die Software einen langfristigen Wert verspricht, werden Kunden diese Lösung ebenso lange abonnieren wollen. Die Folge: Der Umsatz bleibt bis weit in die Zukunft planbar.

  • Wachsender Kundenstamm: Bei Subscription-Modellen sind die Einstiegskosten in der Regel niedriger. Das ist besonders für Unternehmen attraktiv, die Softwarekosten abhängig von ihrem tatsächlichen Gebrauch und Wert über die Zeit betrachten, und nicht für Anwendungen zahlen möchten, ehe sich diese tatsächlich bewährt haben. Kunden, die genau aus diesem Grund keine unbefristeten Lizenzen erwerben, entscheiden sich möglicherweise eher für das Abonnieren einer Lizenz.

  • Höhere Marktattraktivität & mehr Möglichkeiten: Ein flexibler, Pay-over-time-Ansatz spricht zudem Kunden an, bei denen zwar eine große Nachfrage nach Software herrscht, die jedoch nur über ein begrenztes Budget für unbefristete Lizenzen verfügen. Durch die Lizenzierung auf Abonnementbasis kann eine Software außerdem eine breitere und tiefere Marktdurchdringung im Rahmen eines vorher festgelegten Jahresbudgets erreichen.

  • Weniger Rabattaktionen: Die niedrigen Einstiegskosten und die Möglichkeit, das Abonnement nach Ablauf zu beenden, haben noch einen anderen Vorteil: Kunden gehen beim Kauf der Software ein geringeres Risiko ein. Damit sinkt der Druck auf die Hersteller, den Preis für ihre Software herunterzusetzen.

Nachteile für Anwendungshersteller

  • Änderung der Geschäftsprozesse: Um Software-Abonnements in die bestehenden Lizenzierungen eines Unternehmens zu integrieren, müssen sich die Geschäftsprozesse ändern. Dazu zählen auch Ergänzungen und Änderungen des Abonnementvertrags.

  • Umsatzabgrenzung: Der Umsatz erfolgt anteilig über die Laufzeit des Abonnements. Buchungen werden umgehend ausgeführt und der Umsatzbestand wird erst im Laufe der Zeit ersichtlich. Dadurch bleibt die Umsatzsicherheit anfangs unklar bis sich Vertragsverlängerungen und Vertriebspipelines nach der Umstellung auf Software-Abonnements stabilisiert haben.

Langfristig gesehen liegen die Kosten für Software-Abonnements im Vergleich zu unbefristeten Lizenzen höher. In der Regel ist das je nach Vertrag nach drei oder fünf Jahren der Fall.
Langfristig gesehen liegen die Kosten für Software-Abonnements im Vergleich zu unbefristeten Lizenzen höher. In der Regel ist das je nach Vertrag nach drei oder fünf Jahren der Fall.
Foto: Flexera Software

Fazit

Software-Abonnements können für Softwarehersteller eine enorme Wertsteigerung im Hinblick auf Umsatzwachstum und Marktexpansion darstellen. Gleichzeitig genießen Unternehmen bei der Nutzung von Software mehr Flexibilität und ein angepasstes Kosten-Nutzen-Verhältnis, das herkömmliche Lizenzmodelle nicht leisten können. Für beide Seiten entstehen jedoch auch Nachteile. Die Entscheidung für oder gegen ein Modell muss daher sorgfältig geprüft werden und hängt letztendlich von den individuellen Anforderungen jedes einzelnen Unternehmens ab. (bw)