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Vodafone-Vorstände erhielten mehr als 90 Millionen Mark

20.06.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der britische Mobilfunkanbieter Vodafone hat im vergangenen Geschäftsjahr (Ende: 31. März 2001) Bonus- und Abfindungszahlungen in Höhe von rund 91,6 Millionen Mark an das Management des Unternehmens gezahlt. Das geht aus dem Jahresabschluss der Firma hervor. Die Zahl enthält unter anderem Bonuszahlungen von insgesamt 35,2 Millionen Mark, die nach der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Übernahme des deutschen Mannesmann-Konzerns durch Vodafone ausgeschüttet wurden. Zu diesem Zeitpunkt hat auch Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser eine Abfindung von rund 29,1 Millionen Mark erhalten. Im Rahmen dessen hatte der Düsseldorfer Generalstaatsanwalt Lothar Sent im März 2001 angekündigt, ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen Esser und verschiedene Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der Mannesmann AG wegen möglicher Untreue einzuleiten (Computerwoche online berichtete).

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge hegen die Ermittler den Verdacht, dass es sich bei den von Vodafone zugesagten Anerkennungsprämien um Bestechungsgelder handeln könnte. Die Zahlungen könnten den Zweck gehabt haben, den Widerstand des Managements gegen die Übernahme durch die Briten zu brechen. Aus diesem Grund laufe auch ein Ermittlungsverfahren gegen Vodafone-Chef Chris Gent und Ex-Mannesmann-Aufsichtsratschef Joachim Funk. Gents Grundgehalt hat sich im vergangenen Jahr um 38 Prozent auf rund 3,4 Millionen Mark erhöht. Inklusive Bonuszahlungen erhielt der Chief Executive Officer (CEO) rund 21,37 Millionen Mark. Im Jahr zuvor lagen seine Bonusleistungen bei etwa einer Million Mark.