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Bundesliga-TV-Rechte

Vodafone belebt Konkurrenz

14.01.2012
Bei der anstehenden Neuvergabe der Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga zeichnet sich ein hartes Bieterrennen ab.
Vodafone will sein IPTV aufwerten - da käme die Bundesliga natürlich gerade recht...
Vodafone will sein IPTV aufwerten - da käme die Bundesliga natürlich gerade recht...

Nun hat auch der Mobilfunkkonzern Vodafone seinen Hut in den Ring geworfen. Ein Unternehmenssprecher sagte, dass sich die deutsche Tochter des britischen Konzerns die Pakete genauer anschauen wolle. Die Vermarktung von Inhalten "betrachten wir als lukratives Geschäft, das wir noch deutlich ausbauen werden", sagte Vodafone-Manager Dhananjay Mirchandani der Fachzeitschrift "Horizont".

Neben dem Bezahlsender Sky und der Deutschen Telekom mit ihrem "Entertain" gelten vor allem ARD, ZDF sowie die privaten Fernsehsender RTL, Sat1 und Sport1 als mögliche Bieter um die Fußballrechte. Außerdem signalisierten die Internet-Riesen Google und Yahoo ihr Interesse an den Rechten.

Kurz vor Weihnachten hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) angekündigt, die Bundesliga-Verwertungsrechte für 2013/14 bis 2016/17 auszuschreiben. Die Frist zur Registrierung bei der DFL endet in wenigen Wochen, dann sollen die Interessenten die Ausschreibungsunterlagen erhalten.

Derzeit ist nicht bekannt, wie die Ausschreibung der Vermarktungsrechte im Detail aussieht. Einmal geht es um Rechtepakete für Live-Übertragungen der Spiele, die derzeit beim Pay-TV-Sender Sky beziehungsweise der Telekom ("liga total") für das Internet-TV liegen. Zum anderen geht es um die Rechte für die zusammenfassende Highlight-Berichterstattung im frei empfangbaren Fernsehen (Free TV). Hier droht der ARD-Sportschau Konkurrenz durch eine mögliche Zusammenfassung im Internet von 19 Uhr an.

Vodafone will sein IPTV-Angebot ausweiten und neue Sender aufnehmen. Der Mobilfunkbetreiber, der erst Anfang 2011 auch Internetfernsehen anbietet, hatte seine TV-Boxen zwar Sky-fähig gemacht, aber eine Kooperation mit dem Bezahlsender kam bislang nicht zustande. Die Telekom wiederum erwägt eine Ausstrahlung der Bundesliga über sein Entertain-Programms auch per Satellit.

Nach Angaben von Deutschland-Chef Niek van Damme in der "Financial Times Deutschland" von Ende Dezember prüft die Telekom die Möglichkeiten, die Satellitenrechte zu kaufen. Ein solcher Deal müsse sich aber rechnen. Ob es dazu kommen wird, gilt in der Branche aber als fraglich. Derzeit hält Sky die Live-Rechte für das Paket Kabel, Terrestrik und Satellit. Für den Sender, der in den roten Zahlen steckt, ist die Liveübertragung der Bundesligaspiele praktisch überlebensnotwendig.

So oder so - der DFL kommt die wachsende Konkurrenz um die Rechtepakete sehr gelegen. Nach dem Motto, Konkurrenz belebt das Geschäft, kann sie auf klingende Kassen hoffen. Allein das Sky-Paket wird auf 250 Millionen Euro pro Saison taxiert. Die ARD zahlt schätzungsweise 100 Millionen Euro pro Spielzeit an den Dachverband. Voraussichtlich im Frühjahr soll die Vergabe der Rechtepakete abgeschlossen sein. (dpa/tc)