Outsourcing

Viele Verträge sind zu unflexibel

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Outsourcing-Anwender sollten die Krise nutzen, um ihre Verträge auf eine mögliche Beendigung hin zu überprüfen, raten Experten der Fachhochschule Koblenz.

Der Outsourcing-Markt in Deutschland soll laut Bitkom in diesem Jahr um 7,2 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro zulegen. Immer mehr Unternehmen hoffen, durch das Auslagern die Fixkosten zu reduzieren. Nach einem aktuellen Bericht des RheinAhrCampus Remagen der Fachhochschule Koblenz erweist sich dieser Versuch in Krisenzeiten jedoch oft als Milchmädchenrechnung. So zeigt eine Umfrage von RheinAhrCampus unter Unternehmen, die ihre Logistik ausgelagert haben, dass die Outsourcing-Verträge speziell in wirtschaftlichen Krisenzeiten oft zu unflexibel sind: "Die Dienstleister sind nach unten nicht unbegrenzt mengenflexibel - sie kündigen gegebenenfalls", kritisieren die Autoren des Berichts.

Zudem erhielten die Kunden in Wachstumsphasen nicht die Preisnachlässe, die sie über eine Fixkostendegression selbst hätten realisieren können. Thomas Mühlencoert, Dozent am RheinAhrCampus rät Betrieben daher, die Krise zu nutzen, um ihre Verträge auf eine mögliche Beendigung hin zu überprüfen. Die Regelungen zur ordentlichen und außerordentlichen Kündigung von Outsourcing-Verträgen reichten dabei oft nicht aus: "Es fehlen Teilkündigungsmöglichkeiten, Nachleistungspflichten, wirtschaftliche Notlagenklauseln, Change-of-Control-Klauseln, die Möglichkeit eines Zugriffs des Kontraktgebers bei Störung der Logistikkette, Mindestmengenregelungen und anderes mehr", bemängelt der Experte. (sp)