"QuadCore"

VIA startet seinen ersten Vierkern-Prozessor

12.05.2011
Von pte pte
Der taiwanische Chiphersteller VIA Technologies hat seinen ersten Vierkern-Prozessor vorgestellt.
VIAs neuer Vierkern-Prozessor heißt schlicht "QuadCore".
VIAs neuer Vierkern-Prozessor heißt schlicht "QuadCore".
Foto: VIA Technologies

Beim dem einfach nur "QuadCore" getaufte Chip handelt es sich laut Unternehmen um den klar energieeffizientesten x86-Vierkerner der Welt. Der mit 1,2 Gigahertz getaktete Prozessor hat demnach eine Verlustleistung von nur 27,5 Watt. Der Hersteller versucht damit, den ab dem dritten Quartal verfügbaren Chip als ideal für ein breites Anwendungsspektrum, beispielsweise in Netbooks oder Kompakt-PCs, zu positionieren.

Laut VIA ist der hauseigene QuadCore "um 21 Prozent energieeffizienter als der nächste Konkurrent". Tatsächlich fällt der angegebene Verbrauch deutlich geringer aus als beispielsweise bei Intels Core i7, dessen mobile Vierkern-Version eine Verlustleistung von 45 Watt hat. Gleichzeitig locken die Taiwaner damit, dass der Prozessor durch adaptive Übertaktung ("Adaptive Overclocking") unter bestimmten Bedingungen zusätzliche Performance herausholen kann.

Technisch handelt es sich beim QuadCore um einen Prozessor, der zwei mal zwei Kerne der zuvor schon im "Nano" genutzten "Isaiah"-Architektur auf einem Die verbindet. Der in einem 40-Nanometer-Prozess gefertigte Chip bietet ferner vier Megabyte L2-Cache und einen mit 1,33 Gigahertz getakteten Frontside-Bus. Wie schon seine Nano-Vorgänger unterstützt auch der VIA QuadCore nativ 64-Bit-Betriebssysteme.

Zwar ist der neue VIA-Chip offenbar energieeffizienter als die Vierkern-Notebookchips der beiden Marktführer. Doch ist die Frage, ob er in diesem Marktsegment wirklich mit den noch stromsparenderen Dual-Core-Angeboten von Intel und AMD konkurrieren kann. Freilich setzt der taiwanesische Hersteller darauf, mit seinem Chip nicht nur auf mobile Geräte abzuzielen. Vielmehr positioniert man den QuadCore als sehr breit einsetzbar - beispielsweise auch in Desktop-Systemen wie All-in-One-PCs oder auch Mini-Servern.

Ob VIA damit seine Marktposition tatsächlich stärken kann, bleibt abzuwarten. Die Taiwaner sind zwar der drittgrößte Hersteller von x86-Chips, beim Marktanteil jedoch weit abgeschlagen. Bis auf wenige Ausnahmen wie den Einsatz von Nano-CPUs in Samsung-Netbooks 2009 fehlt VIA die Unterstützung durch große Hersteller. Daher sind nach aktuellen IDC-Zahlen im ersten Quartal nur 0,2 Prozent der weltweiten Prozessorlieferungen auf VIA entfallen. Dem stehen 80,8 Prozent Marktanteil für Intel gegenüber, knapp jeder fünfte x86-Chip stammt von AMD. (pte)