Micro-Focus-Studie

Vertrauliche Originaldaten für Tests genutzt

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Viele Unternehmen verwenden Kunden-, Mitarbeiter- oder Kreditkartendaten für ihre Softwaretests. Das leistet dem Missbrauch Vorschub.
Micro-Focus-Manager Rainer Downar warnt vor Datenmissbrauch.
Micro-Focus-Manager Rainer Downar warnt vor Datenmissbrauch.
Foto: Micro Focus

Vier Fünftel der Unternehmen mit mehr als zehn Millionen Dollar Jahresumsatz verzeichneten innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einen Fall von Datensicherheitsverletzung. Diese Erfahrung hatte jedoch keineswegs einen besonders sorgsamen Umgang mit sensiblen Daten zur Folge - zumindest nicht in der Softwareentwicklung. Das legt eine vom Softwareanbieter Micro Focus in Auftrag gegebene, internationale Studie nahe.

Demzufolge nutzen 70 Prozent der Befragten für Softwaretests keine "maskierten", sondern echte Daten, beispielsweise von Kunden und Mitarbeitern. Fast zwei Drittel rufen diese Daten auf wöchentlicher, rund 90 Prozent auf monatlicher Basis ab, und drei Viertel räumten ein, Testdaten mit mehr als einem Terabyte Umfang zu verwenden. Micro Focus zieht daraus den Schluss, dass in der Softwareentwicklung nicht nur gelegentlich, sondern regelmäßig und in großem Umfang auf Originaldaten zugegriffen wird.

Diese Ergebnisse basieren auf der Befragung von 1.350 Softwareentwicklern und -testern. Die Forschungsarbeit leistete das renomierte Ponemon Institute. Rainer Downar, Country Manager von Micro Focus Central Europe, kommentiert die Studie folgendermaßen: "Man scheint sich überhaupt nicht darüber im Klaren zu sein, dass diese Daten besonders gefährdet sind, beispielsweise durch ehemalige Mitarbeiter oder Zulieferer. Es ist höchste Zeit, effektive Datenschutzmechanismen, zum Beispiel durch Datenmaskierung, umzusetzen."