"Wall Street Journal"

Verkauf von T-Mobile USA noch nicht in trockenen Tüchern

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Der Verkauf von T-Mobile USA an den US-Marktbegleiter Sprint ist einem Medienbericht zufolge noch nicht so sicher wie gedacht.

Sprint-Chef Dan Hesse und Chairman Masayoshi Son (Chef von Softbank in Japan) hätten sich zuletzt mehrfach mit Vertretern von US-amerikanischen Kartellbehörden getroffen und seien verblüfft über deren überaus öffentlichen Widerstand gegen die angekündigte Übernahme, berichtet das "Wall Street Journal". Die Regulierer sind demnach der Ansicht, vier Mobilfunk-Carrier auf dem US-Markt würden dem Wettbewerb gut tun und die Fusion von Nummer 3 und 4 sei deswegen nicht wünschenswert.

John Legere, Chef von T-Mobile USA
John Legere, Chef von T-Mobile USA
Foto: T-Mobile USA

Softbank-Chef Son werde den Deal wohl trotzdem durchzuziehen versuchen, heißt es weiter, unter anderem weil die Marktchancen von Sprint mau seien, wenn das Unternehmen nicht weiter wachsen und dadurch Skaleneffekte erzielen könne. In diesem Falle könne es aber Wochen oder länger dauern, die Strategie und regulatorische Argumentation zu verfeinern, schreibt das Blatt.

Den US-Mobilfunkmarkt dominieren die beiden großen Anbieter AT&T und Verizon Wireless, die zusammen mehr als zwei Drittel der Kunden bedienen und auch den Löwenanteil der Gewinne abschöpfen. Das seit vergangenen Jahr von Softbank kontrollierte Sprint und T-Mobile USA, das zu 67 Prozent der Deutschen Telekom gehört, sind allein jeweils zu klein, um ihre Netze konkurrenzfähig auszubauen. Mancherorts ist der wahre TK-Wettbewerb aber eher Mobilfunk gegen Kabel-Breitband - und dem würden drei echte mobile Wettbewerber statt bislang nur zwei wiederum gut tun, argumentieren verschiedene Branchenkenner.