US-Telco

Verizon kann harten Wettbewerb um Kunden kontern

22.07.2014
Der größte US-Mobilfunker Verizon ist trotz aggressiver Konkurrenz im zweiten Quartal so stark gewachsen wie seit anderthalb Jahren nicht.

Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast sechs Prozent auf 31,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 23,3 Milliarden Euro), wie der Konzern am Dienstag in New York mitteilte. Der Anbieter hatte in den drei Monaten bis Ende Juni rund 1,4 Millionen neue Vertragskunden im Mobilfunk gewonnen - rund eine halbe Million mehr als vor einem Jahr dazugekommen waren. Weil das Unternehmen auch auf die Kosten achtete und einen Sonderertrag aus dem Verkauf von Lizenzen einfuhr, stieg der Gewinn je Aktie auf 1,01 Dollar nach 78 Cents im Vorjahr. Sowohl mit Umsatz als auch Gewinn übertraf das Verizon die Erwartungen von Analysten. Das Management um Chef Lowell McAdam bestätigte den Ausblick. Der Jahresumsatz soll weiter um vier Prozent zulegen, die bereinigte operative Marge steigen.

Verizon-Stand auf der CES in Las Vegas
Verizon-Stand auf der CES in Las Vegas
Foto: Verizon

Die Umsätze in der Mobilfunksparte wuchsen um 7,5 Prozent, weil auch die Verkäufe neuer Handys gut liefen. Der Mobilfunk an sich ist nach wie vor hochprofitabel: Die bereinigte Gewinnspanne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zog im Mobilfunkservice auf über die Hälfte an. Verizon bekam es sogar hin, die in den USA ohnehin recht hohen Rechnungsbeträge im Schnitt noch zu steigern.

Damit zeigt sich der Mobilfunkriese relativ immun gegen die aggressiven Werbeaktionen der Telekomtochter T-Mobile US . Mit kostspieligen Rabatten wirbt deren angriffslustiger Chef John Legere um die Kunden der Konkurrenz. Verizon kontert die Avancen der Konkurrenz mit eigenen Marketing-Aktionen. Ratenverträge für Geräte sollen die Kunden dazu bringen, teurere Geräte zu kaufen und sie auch schneller wieder durch neuere zu ersetzen. Viele Analysten schätzen ohnehin, dass T-Mobile vor allem preisbewusste Kunden aus dem Prepaid-Geschäft auf seine Seite zieht.

Auch in der Problemsparte überraschte Verizon. Im Festnetzgeschäft deutete ein kleines Umsatzplus daraufhin, dass die seit sieben Jahren währende Talfahrt ein Ende haben könnte. Die Sparte steht noch immer für fast ein Drittel der Erlöse. Beim Breitbandangebot aus Internet, Fernsehen und Telefon gab es kräftige Aufschläge.

Ein schwerer Makel allerdings bleibt: Verizon sitzt wegen der Übernahme der Anteile am ehemaligen Joint Venture mit Partner Vodafone weiter auf einem riesigen Schuldenberg von 110 Milliarden Dollar. Im Februar hatte Verizon den Briten für ihren 45-Prozent-Anteil 130 Milliarden Dollar überwiesen. (dpa/tc)