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Wegen App-Zentrum

Verbraucherschützer mahnen Facebook ab

27.08.2012
Deutsche Verbraucherschützer wollen Facebook zu Änderungen bei seinem App-Zentrum zwingen.
Gebäude des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin
Gebäude des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin
Foto: Thomas Cloer (CC BY-NC-SA 2.0)

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schickte dem Unternehmen eine entsprechende Abmahnung mit einer Frist bis 4. September. Facebook gebe persönliche Daten der Nutzer an App-Anbieter weiter, ohne dass die Nutzer ihre Einwilligung dazu gegeben hätten, bemängelten die Verbraucherschützer am Montag in Berlin. Nutzer können mit den Anwendungen ihr Profil erweitern, beliebt sind Spiele wie "Farmville" oder "Diamond Dash", aber auch Programme für Musik und Nachrichten.

Mit der Einführung des App-Zentrums im Juli 2012 habe Facebook den Datenschutz verschlechtert, kritisierte der vzbv. Vor der Installation einer Anwendung gebe es keinen vollständigen Hinweis, wozu die weitergegebenen Daten verwendet würden. Nur "in kleiner hellgrauer Schrift" werde "eine augenscheinlich nicht abschließende Auflistung der Nutzungszwecke durch den App-Anbieter" angezeigt. Dazu gehöre das Recht, auf Chats, die Informationen von Freunden und persönliche Kontaktdaten zuzugreifen sowie auf die Pinnwand des Nutzers zu schreiben.

In einer "solchen umfassenden Datenweitergabe an Dritte" sehen die Verbraucherschützer einen Verstoß gegen das Telemediengesetz. Facebook müsse das App-Zentrum so gestalten, "dass der Nutzer weiß, dass er seine Daten freigibt und wofür diese verwendet werden".

Das "App-Zentrum" hatte Faceboo im Juli auch in Deutschland ausgerollt.
Das "App-Zentrum" hatte Faceboo im Juli auch in Deutschland ausgerollt.
Foto: Facebook

Der Datenschutz bei Facebook stand am Montag auch im Blickpunkt einer Tagung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) in Kiel. Dort kritisierte Klaus Müller vom Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mangelhafte Nutzerrechte bei Facebook. Um die Privatsphäre des eigenen Facebook-Profils zu sichern, seien 36 Schritte erforderlich.

Der Facebook-Lobbyist Gunnar Bender sprach sich in Kiel dafür aus, "dass Chancen und Risiken von Social Media in einer konstruktiven Debatte ausgewogen beleuchtet werden, um selbstbestimmt und kompetent über die eigene Nutzung entscheiden zu können." Facebook unterstütze deswegen Initiativen zur Förderung von Medienkompetenz. (dpa/tc)