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Valium und Hillbilly Heroin aus dem Web

18.05.2007
Die Zahl der Web-Seiten, die verschreibungspflichtige Medikamente in den USA ohne Rezept und sonstige Kontrollen anpreist, ist dramatisch gestiegen. Jugendliche mit Kreditkarte bekommen alles, was das Hirn begehrt.

Der illegale Online-Handel mit rezeptpflichtigen Medikamenten ist in den USA ein echter Wachstumsmarkt. Laut einer Untersuchung des "National Center on Addiction and Substance Abuse" (CASA) der Columbia-Universität ist die Zahl der US-Websites, die Medikamente wie die Schmerzmittel OxyContin ("Hillbilly Heroin"), Vicodin und den Klassiker Valium anbieten beziehungsweise bewerben, von 342 im Vorjahr auf aktuell 581 angestiegen. Von den insgesamt 187 Web-Seiten, auf denen man die Medikamente auch kaufen kann, waren lediglich zwei von einem US-Aufsichtsgremium als Online-Apotheke zertifiziert.

Immerhin 84 Prozent der Online-Verkäufer fordern für rezeptpflichtige Medikamente kein Rezept. Bei der Hälfte der übrigen "Apotheken" reicht es aus, das Rezept (oder ein gutes Abbild davon) per Fax einzureichen, also gegebenenfalls mehrfach zu verwenden. Die Prüfer haben darüber hinaus keine Alterskontrollen gefunden, um den Drogenkauf von Kindern zu unterbinden. Es reicht eine Kreditkarte zur Abwicklung der Transaktion. Ob die Kunden dann auch wirklich das bestellte Original-Präparat erhalten oder nur einen Nachbau, ist eine andere Frage. (ajf)