Gebote über fast 45 Milliarden Dollar

US-Mobilfunkauktion endet mit Rekord

30.01.2015
Der verzweifelte Kampf um Mobilfunkkunden in den USA hat den Preis für neue Frequenzen auf einen Rekordwert getrieben.

Bei der gestern Abend beendeten Auktion des US-Telekomregulierers FCC summierten sich die Gewinngebote auf 44,9 Milliarden US-Dollar, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Das ist deutlich mehr als Experten im Vorfeld geschätzt hatten. Die FCC selbst hatte sich ein Mindestziel von gut 10 Milliarden Dollar gesetzt. Die Telekomkonzerne rechnen mit weiter steigendem Datenhunger der Mobilfunknutzer, den sie mit den neuen Frequenzen zu Geld machen wollen.

Tom Wheeler, 31. Chairman der US-Kommunikationsaufsicht FCC
Tom Wheeler, 31. Chairman der US-Kommunikationsaufsicht FCC
Foto: FCC

Unter den zugelassenen 70 Bietern befanden sich die US-Mobilfunkriesen Verizon und AT&T sowie T-Mobile US, die Tochter der Deutschen Telekom. Außerdem mischte der Satelliten-TV-Anbieter Dish kräftig mit. Wie viel die einzelnen Netzbetreiber geboten haben, wird erst in den kommenden Tagen bekanntgegeben.

Der landesweit drittgrößte Mobilfunk-Anbieter Sprint hatte sich die Auktion gespart, unter anderem weil das Geld fehlt. Allerdings ist Sprint bei Frequenzen nach Meinung von Analysten auch reichlich ausgestattet.

Insgesamt versteigerte die FCC in den aufgesplitterten Frequenzgebieten des Landes 1614 Lizenzen im höheren Frequenzbereich zwischen 1,7 und 2,2 Gigahertz. Das Spektrum eignet sich physikalisch gut für schnelle Datenübertragungen auf kürzere Distanz, etwa in städtischen Gebieten. In den USA werden Lizenzen üblicherweise nicht wie in Deutschland auf Zeit und für das gesamte Land vergeben, sondern unbegrenzt und jeweils für einzelne Regionen. (dpa/tc)