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US-Kernforscher setzen bei Datenspeicherung auf Linux

20.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die US-Kernforschungslabors in Los Alamos setzen bei der Speicherung ihrer Daten auf einen Storage-Cluster, der auf Linux basiert. Der "Activescale Storage Cluster" kommt von dem in Silicon Valley angesiedelten Startup-Unternehmen Panasas und nimmt 120 Terabyte Daten auf 2400 Festplatten auf. Im Rechnerverbund takten 2816 AMD-Prozessoren. Zur Speicherung werden Dateien zu "Objects" gebündelt. Darin gespeichert sind Meta- und Anwendungsdaten sowie erweiterte Attribute. Die Methode soll es ermöglichen, parallele Datenströme zwischen Prozessoren und Festplatten aufzubauen und so den Speichervorgang zu beschleunigen sowie die Fehleranfälligkeit zu reduzieren. Außerdem ist das System laut Hersteller skalierbar. Demnach soll der Cluster im Los Alamos National Laboratory innerhalb der nächsten zwölf Monate auf 600 Terabyte ausgebaut werden.

Ähnlich arbeitet das System "Lustre" beim Lawrence Livermore National Laboratory, das vom kalifornischen Anbieter Cluster File System stammt. Andere Startups wie BlueArc setzen beim Ausbau von Speicherkapazitäten dagegen auf die Erweiterung herkömmlicher Storage-Systeme. Systeme wie Activescale Storage Cluster seien nur für Installationen im Forschungsbereich geeignet, sagte BlueArc-Geschäftsführer Gianluca Rattazzi. Problematisch sei vor allem, dass für jeden Prozessor, der in den Cluster eingebunden wird, spezielle Software installiert werden müsse.

Panasas wurde von Garth Gibson, ehemals Wissenschaftler an der Carnegie Mellon University, gegründet. Geschäftsführer ist der ehemals bei Compaq für das Server-Geschäft verantwortliche Rod Schrock. Das Unternehmen wird von Investoren wie Intel und der kalifornischen Venture-Capital-Firma Mohr, Davidow Ventures mit 72,5 Millionen Dollar unterstützt. (lex)