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US-Justiz und SEC ermitteln gegen Vivendi

05.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gegen Vivendi Universal ermitteln nun auch das US-Justizministerium und die US-Börsenaufsicht SEC. Beobachter schätzen, dass die US-Behörden nach Hinweisen für Bilanzfälschungen und Falschinformationen suchen. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte bereits in der vergangenen Woche ein entsprechendes Ermittlungsverfahren gegen den Medienkonzern aufgenommen (Computerwoche online berichtete). Die französische Behörde will prüfen, ob Vivendi falsche Bilanzen für die Geschäftsjahre 2000 und 2001 veröffentlicht hat, um die angespannte finanzielle Situation des Konzerns zu verschleiern. Außerdem wird der ehemalige Vorstandsvorsitzende Jean-Marie Messier verdächtigt, falsche oder irreführende Prognosen für die Jahre 2001

und 2002 herausgegeben zu haben. Auslöser war eine Anzeige von Kleinaktionären.

Unter Messiers Führung hat sich das ehemalige Versorgungsunternehmen in einen riesigen Medienkonzern verwandelt. Die Aktie büßte dabei jedoch 70 Prozent an Wert ein, aufgrund der zahlreichen Zukäufe drücken Vivendi nun rund 19 Milliarden Euro Schulden. Da der Konzern auch am New York Stock Exchange (NYSE) gelistet ist, genügt der Betrugsverdacht, um Untersuchungen durch die US-Justiz und die SEC auszulösen. Der Konzern selbst machte keine Angaben zu den Anschuldigungen aus den USA, sondern teilte lediglich mit, er werde mit den Behörden kooperieren. (mb)