Umfrage von Matrix42

US-Firmen setzen verstärkt auf Desktop Virtualisierung

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Anzeige  Zumindest in den USA bestätigt sich einer Umfrage zufolge der Trend zur Desktop-Virtualisierung. Sechs von zehn Unternehmen haben demnach bereits damit begonnen oder planen das für die kommenden sechs Monate.

Der US-amerikanische Markt gilt seit jeher als Vorreiter für technische Entwicklungen in der Welt. Eine Umfrage von Matrix42 unter 90 US-Firmen ergab im Mai dieses Jahres, dass sich die Desktop-Virtualisierung deutlich verbreitet. Schon 59 Prozent der amerikanischen Unternehmen haben bereits mit der Virtualisierung ihrer Desktops begonnen oder planen, innerhalb der nächsten sechs Monate damit zu starten. Allerdings arbeiten erst ganze fünf Prozent der Rechner tatsächlich auf virtueller Basis, heißt es bei Matrix42. Bis zum kommenden Jahr geplant seien aber 20 Prozent.

Einen vollständigen Umstieg auf virtualisierte Desktops bedeutet dieser Trend aber nicht: Nur vier Prozent gehen davon aus, dass ihr Unternehmen zukünftig komplett auf virtueller Basis arbeiten wird. Die Hälfte erwartet dagegen, dass es einen Mix aus physikalischen und virtuellen Rechnern geben wird - und zwar auf unbestimmte Zeit.

Mit dieser Einschätzung sind die Amerikaner laut Matrix42 "deutlich skeptischer als ihre deutschen Kollegen", von denen nur jeder vierte das Management der physikalischen und virtuellen Clients als große Herausforderung betrachtet. Hierzulande macht man sich eher über den erforderlichen Zeitaufwand sowie die zusätzlichen Hard- und Softwarekosten Sorgen, wie eine Matrix42-Studie im März 2011 ergeben hat.

Die Treiber für Desktop-Virtualisierung.
Die Treiber für Desktop-Virtualisierung.
Foto: Matrix42

In den USA dagegen ist die Überzeugung, durch Desktop-Virtualisierung langfristig Kosten zu sparen, das treibende Argument für die Umstellung. Immerhin 42 Prozent nennen Einsparungen als Virtualisierungsgrund, 33 Prozent der Amerikaner erhoffen sich mehr Flexibilität beziehungsweise Mobilität, weitere 24 Prozent eine bessere Performance.

Eine zusätzliche Herausforderung bei der Virtualisierung ist die Consumerization: 24 Prozent der US-Unternehmen unterstützen es, wenn ihre Mitarbeiter private Geräte wie Smartphones und Tablet PCs auch beruflich nutzen ("Bring your own device").Weitere 38 Prozent ziehen sogar eine entsprechende Änderung ihrer Unternehmensrichtlinien in Erwägung. Dabei sind sich die Verantwortlichen durchaus bewusst, dass sie für eine sinnvolle Steuerung dieser Endgeräte ein modernes IT-Management-Tool benötigen. Konsequenterweise geben 70 Prozent der amerikanischen IT-Spezialisten an, dass sie sich eine zentrale Steuerungskonsole zur Verwaltung von physischen und virtuellen Desktops wünschen.