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US-Behörden nehmen Spammer ins Visier

16.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - US-Behörden unter der Federführung der Federal Trade Commission (FTC) wollen künftig verstärkt gegen Spam und Internet-Betrügereien vorgehen. Unter dem Namen Netforce haben sich die FTC, die US-amerikanische Börsenaufsicht Security and Exchange Commission (SEC), sowie Postbehörden und verschiedene Anwälte aus mehreren US-Bundesstaaten zusammengeschlossen. 45 Klagen gegen Spammer und andere Anbieter unlauterer Offerten im World Wide Web (WWW) laufen bereits. So wurden beispielsweise in Texas mehrere Anbieter unseriöser Finanzdienstleistungen angeklagt. Sie hätten in Massenwerbe-Mails falsche Angaben zu Renditen gemacht. In New Jersey haben die Internet-Wächter das Unternehmen Alyon Technologies vor den Kadi gezerrt, weil die Firmenverantwortlichen über Dialer-Programme Internet-Nutzer ohne deren Wissen auf das eigene Netz

umgeleitet und dabei oftmals unverhältnismäßig hohe Gebühren für Fernverbindungen kassiert hätten. Über tausend Anwender haben sich bereits über diese Praktiken beschwert, berichtet Mark Groman, Verbraucherschützer bei der FTC. Allerdings hielten sich die Internet-Schurken nicht an Landesgrenzen, warnt Greg Abott, Staatsanwalt aus Texas. Deshalb müsse man versuchen, auch außerhalb der USA zu wirken. So versuche Netforce mit dem Open Relay Projekt offene Netz-Server, über die Spammer ihre Massen-Mail in Umlauf bringen, abzusichern. Über 1000 dieser ungesicherten Systeme in 59 Ländern habe man bereits identifiziert und deren Betreiber aufgefordert, Sicherheitsmechanismen einzuführen. (ba)