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US-Anschläge: Spam und falsche Spendenaufrufe

14.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Terroranschläge auf New York und Washington, D.C., haben eine Lawine von Spam-Mails losgetreten. Unter den unaufgefordert ausgesendeten E-Mails finden sich elektronische Kondolenzbücher und Spendenaufforderungen für die Opfer der Katastrophe. Experten warnen jedoch davor, auf derartige Aufrufe zu reagieren. Wie Tom Geller, Vorsitzender der Anti-Spam-Gruppe Spam-Con Foundation, erklärte, würde keine wohltätige Organisation ihre Bitte um Spenden in Form von Spam auf den Weg bringen, denn in vielen Ländern und Europa sei dies illegal.

Dem FBI wurden inzwischen Spam-Mails gemeldet, die angeblich von wohltätigen Fonds ausgesendet wurden, in Wirklichkeit aber der persönlichen Bereicherung dubioser Geschäftemacher dienen. Geller nannte zudem einen Fall, wonach ein Unternehmen die Tragödie benutzt habe, seine Mail-Liste zu aktualisieren. Die Company verschickte einen E-Mail-Aufruf an alle Teilnehmer ihres Adressen-Pools, dem Roten Kreuz Geld zu spenden. Allerdings leitete die Firma die Anwender über ihren Web-Server zur Homepage des Roten Kreuzes, um so die Aktualität der E-Mail-Adressen und das Spendenverhalten der Anwender zu überprüfen.

Betrugsbekämpfungsspezialisten zufolge kommen derartige Aktivitäten nach einer Katastrophe häufig vor. Sie raten, besonders im Internet Vorsicht walten zu lassen. Spendenwillige sollten gerade E-Mail-Kettenbriefe und deren Links mit Skepsis betrachten. Wer dennoch Geld spenden will, sollte sich direkt zu den Websites der einschlägigen Wohltätigkeitsorganisationen begeben oder offline spenden.