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US-Aktivisten fordern Microsofts Zerschlagung ...

12.11.1999
... die Verbraucher eher weniger

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Amerikanische Verbraucherverbände drängen vermehrt darauf, das Software-Imperium von Microsoft aufzuteilen. Die Organisationen fordern die Kläger - die US-Regierung und 19 Bundesstaaten - in vehementen Kampagnen dazu auf, sich in dem laufenden Kartellverfahren gegen die monopolistische Gates-Company für diese Lösung einzusetzen. Zu den Verbrauchergruppen gehören unter anderem die Consumer Federation of America und der prominente Verbraucherschützer Ralph Nader, der Bill Gates im vergangenen Jahr aufrief, sein Geld mit den Armen dieser Welt zu teilen (CW Infonet berichtete).

Allerdings scheint eine Umfrage, die vor und nach der Verkündung der "Findings of Fact" im Fall Microsoft durch Richter Thomas Jackson durchgeführt wurde, eine anders geartete öffentliche Meinung widerzuspiegeln. Die Marktforscher der Gallup Organization fanden heraus, daß 45 Prozent der US-Bürger auf Seiten des Softwaregiganten und nur 33 Prozent auf Seiten der Regierung stehen. Die Verbraucherverbände lehnen diese Bevörlkerungsumfragen jedoch als Indiz für das Gemeinwohl ab. Schließlich hätten die Amerikaner die Restrukturierung des TK-Monopolisten AT&T im Jahre 1984 auch nicht unterstützt. Jamie Love, Director des Consumer Project on Technology, deutete darauf hin, daß mehr Menschen Maßnahmen gegen Microsoft befürworten würden als damals gegen den TK-Riesen. Verbraucher seien nie von der Idee begeistert, ein

Unternehmen zu zerschlagen.