Project Ara

Urvater Hakkens ist von Google enttäuscht

30.05.2016
Der Niederländer Dave Hakkens wird von Vielen mit seinem Phoneblocks-Video als der Urvater eines modularen Smartphones gehalten, der Google letztendlich zu Project Ara inspierierte. Jetzt meldet er sich zu diesem Vorhaben zu Wort – und er ist mit der Entwicklung von Project Ara alles andere als zufrieden.
Googles modulares Smartphone Project Ara
Googles modulares Smartphone Project Ara
Foto: Google

Der niederländische Entwickler Dave Hakkens gilt für viele als der Ideengebeber für Googles Project Ara, indem er im Jahr 2013 ein Video bei Youtube veröffentlichte, in dem es um modulare Smartphones ging. Dabei wurden viele Dinge, die Google später übernahm, vorweggenommen. Heute ist der Urvater des modularen Smartphones allerdings mit dem Entwicklungsstand von Project Ara höchst unzufrieden, wie er auf seiner Homepage erklärt. Seine Kritik richtet sich dabei einerseits gegen den einschränkenden Einfluss von Google auf dieses Projekt, andererseits gegen die Entscheidung, doch nicht alle interessanten Komponenten austauschbar zu gestalten.

Die Vormachtstellung von Google bei Project Ara kritisiert er mit den Worten: "Es ist nicht wirklich offen. Alles passiert unter der Schirmherrschaft von Google. Sie sitzen am längeren Hebel, sie machen die Regeln. Sie können sich etwa plötzlich entscheiden, einen Anschluss zu verändern oder das Design und damit alle vorherigen Module, die du besitzt, unbrauchbar machen. Das ist so ein mächtiges Ökosystem, dass es nicht in der Hand einer einzigen Organisation liegen sollte".

Das Grundskelett von Project Ara bleibt alterungsanfällig

Noch unglücklicher ist er allerdings mit der Entscheidung Googles, Komponenten wie CPU, Display, Akku oder Funkstandards nicht ändern zu können, sondern sie in ein Grundskelett einzubauen, bei dem es sich letztendlich doch wieder nur um ein eigenes Smartphone handelt. "Das bedeutet, dass dein Smartphone doch wieder nach einer bestimmten Zeit unbrauchbar wird. Was ist, wenn dein Display kaputt geht? Dann musst du dein ganzes Phone ersetzen. Wenn es nach ein paar Jahren zu langsam ist, musst du das Grundskelett austauschen."

Datenzugriff mobil - aber bitte geschützt - Foto: ArtFamily - shutterstock.com

Datenzugriff mobil - aber bitte geschützt

Das Hauptproblem trifft Hakkens in nur zwei Sätzen ziemlich genau und mit seinem Aufruf an Google dürfte er vielen bisherigen Fans von Project Ara aus der Seele sprechen: "Konzentriert euch nicht darauf, das nächste Smartphone zu bauen, das sich gut verkauft, sondern auf das Smartphone der Zukunft. Ein echtes Smartphone für die ganze Welt." Vielleicht nimmt sich Google diese Worte ja doch noch zu Herzen, schließlich ist Project Ara gerade erst auf 2017 verschoben worden.

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