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Update: SCO reagiert auf E-Mail-Enthüllungen

18.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - SCO hat Schwierigkeiten mit einer internen E-Mail, laut der ein Code-Abgleich ergeben hat, dass Linux keine urheberrechtlich geschützten Programmzeilen von Unix enthält (Computerwoche.de berichtete). Eigentlich wollte das Unternehmen nicht Stellung nehmen, doch reagierte es mit einer Erklärung. Darin heißt es: "Davidsons E-Mail bezieht sich auf eine Untersuchung, die sich auf buchstäbliches Kopieren beschränkte. Das ist nicht der Standard bei Urheberrechtsverletzungen." Aus der Nachricht zu schließen, es gebe keine Probleme mit Linux sei "ungenau und irreführend".

Der SCO-Systemspezialist Michael Davidson hatte in einer E-Mail am 13. August 2002 von Vergleichen des Linux- und Unix-Sourcecodes berichtet, die zuerst er und dann der externe Berater Bob Swartz unternommen hatten: "Am Ende haben wir absolut nichts gefunden, beispielsweise keinen Beweis irgendwelcher Urheberrechtsverletzungen."

Zum Gegenbeweis präsentierte SCO nun eine alte E-Mail von Swartz, der Sourcecode von Red Hat mit diversen Versionen von Unix System V verglichen hat. Am 4. Oktober 1999 schrieb er: "Wir fanden zwei Arten von Kopien: Zum einen waren einige Programmierzeilen identisch, Buchstabe für Buchstabe. Zum anderen gab es unterschiedlichen Code, aber seine Struktur war im Grunde ähnlich." Es sei also "klar", dass Linux-Programmierer "mit Unix-Sources begonnen und sie modifiziert haben". "Daher kann es keinen Zweifel geben, dass Teile der Linux-Distribution von Unix abgeleitet wurden." (ls)