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Update: Novell verbucht Umsatzrückgang

03.03.2006
Trotz niedrigere Einnahmen kann der Softwareanbieter die Erwartungen der Finanzwelt übertreffen. Die vorsichtige Prognose und die schwachen Lizenzerlöse setzten dem Börsenkurs zu.

Novell weist für das Ende Januar abgelaufene erste Geschäftsquartal 2006 einen Umsatzrückgang um 5,5 Prozent auf 274 Millionen Dollar aus. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen einen Nettogewinn von zwei Millionen Dollar, das entspricht einem ausgeglichenen Ergebnis je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte Novell einen Profit von 392 Millionen Dollar oder 90 Cent pro Anteil ausgewiesen. Ohne den Sonderertrag von 448 Millionen Dollar aus der Beilegung eines Rechtsstreits mit Microsoft wäre das Ergebnis allerdings tiefrot ausgefallen. Sondereffekte ausgeklammert, gelang es Novell, den (Pro-forma-)Gewinn von zehn auf 18 Millionen Dollar oder vier Cent pro Anteilschein zu verbessern. Auf dieser Basis hatte der Softwareanbieter im Vorfeld nur einen bereinigten Gewinn von zwei bis drei Cent je Aktie sowie Einnahmen zwischen 260 und 270 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Von Thomson First Call befragte Analysten waren im Schnitt von einem Pro-forma-Profit von drei Cent je Anteil sowie rund 270 Millionen Dollar Umsatz ausgegangen.

Knapp zwei Jahre nach dem strategischen Schwenk vom Anbieter von Netzbetriebssystemen zur Open-Source-Company ist Novell immer noch damit beschäftigt, das neue Kerngeschäft zu stabilisieren. Dass die Bemühungen langsam Früchte tragen, deuten die von 14 auf 56 Millionen Dollar gestiegenen Umsätze im Bereich Open Platform Solutions an. Den Zuwachs verdankt Novell allerdings ausschließlich dem auf dem früheren Netware-Betriebssystem basierenden Open Enterprise Server (OES), das 43 Millionen Dollar zu den Einnahmen des Bereichs beisteuerte. Das aus dem SUSE Linux Enterprise Server und Netware bestehende Bündel ist erst seit dem zweiten Geschäftquartal 2005 verfügbar, was einen Vergleich gegenüber dem Vorjahreszeitraum unmöglich macht. Gegenüber dem vorangegangenen Quartal sanken die mit OES erzielten Lizenzerlöse um 41 Prozent von 16,8 auf 9,9 Millionen Dollar. Die mit dem Bundle erwirtschafteten Wartungs- und Serviceerlöse stiegen dagegen sequenziell von 29,7 auf 33,1 Millionen Dollar.

Die Umsätze der Sparte Systems, Security und Identity Management legten im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 63 Millionen Dollar zu.

"Wir freuen uns über die anhaltenden Fortschritte im Kerngeschäft", erklärte Novell-CEO Jack Messman. Die Wachstumsbereiche Linux, Identitäts- und Ressourcen-Management schlagen sich gut und wir glauben, dass sich das Wachstum im weiteren Jahresverlauf fortsetzt."

Bei seiner Prognose für das laufende zweite Geschäftsquartal war Novell allerdings weniger optimistisch als die Analysten: Die Company mit einem Pro-forma-Gewinn von zwei bis drei Cent je Aktie sowie 272 bis 282 Millionen Dollar Umsatz. An der Wallstreet hatte man dagegen bislang im Schnitt ein Plus von vier Cent pro Anteil bei 282,2 Millionen Dollar Umsatz erwartet. (mb)