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Update: Interessent für BenQ Mobile lässt Insolvenzverwalter warten

15.01.2007
Die Zukunft des insolventen Handy-Herstellers BenQ Mobile hängt am seidenen Faden.

Einen Tag vor Fristablauf gab es am Montag noch keine Einigung zwischen Insolvenzverwalter Martin Prager und den interessierten Investoren um den früheren DaimlerChrysler-IT-Manager Hansjörg Beha. Beha hatte in Aussicht gestellt, rund 800 der früher über 3000 Jobs der ehemaligen Siemens-Handy-Sparte zu erhalten und auf eine Entscheidung bis Dienstag (16. Januar) gepocht.

Prager hatte allerdings einen Finanzerungsnachweis zur Bedingung für eine Entscheidung gemacht. Diesen habe Beha bis Montagmittag nicht geliefert, hieß es in Branchenkreisen. Die Gruppe sei jetzt am Zuge, man könne nur abwarten. Prager will vor allem einen Nachweis darüber, wie Kaufpreis und Löhne bezahlt werden sollen. Bislang hat Beha nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" nur 20 Millionen Euro einschießen wollen. Dieser Betrag habe für Ernüchterung gesorgt.

Als weiterer Interessent hatte sich in der vergangenen Woche die Hamburger Bacoc-Gruppe gemeldet, die nach Aussagen ihres Chefs Stefan Baustert bis 19. Januar ein Angebot abgeben will. Die Aussichten für eine Rettung des Handyherstellers gelten angesichts der unklaren Finanzierung der Interessenten aber als gering. Bei vielen Beschäftigten, die inzwischen in eine Transfergesellschaft gewechselt sind, überwiegt Resignation.

Nur für ehemalige Mitarbeiter aus dem Handy-Reparturservice bei dem Tochterunternehmen Inservio gibt es seit der Übernahme des Bereichs durch das bayerische Unternehmen ComBase in der vergangenen Woche wieder Hoffnung. Ziel der ComBase sei es, möglichst vielen Mitarbeitern am Standort Bocholt sofort wieder Arbeitsplätze anzubieten, den Standort auszubauen und damit Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten, teilte das Unternehmen am Montag in Karlstein mit. Zunächst werde der Betrieb mit 40 Mitarbeitern starten. ComBase will den Service für Handys der Marken Siemens, BenQ-Siemens und BenQ übernehmen. (dpa/tc)