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UPC-Aktie kurzzeitig vom Handel ausgesetzt

15.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Aktie des niederländischen Carriers United Pan-Europe Communications (UPC) wurde gestern an der Amsterdamer Börse Euronext vorübergehend vom Handel ausgesetzt. Im zuvor veröffentlichten Geschäftsbericht des dritten Quartals hatte sich gezeigt, dass die Nettoverbindlichkeiten des Unternehmens größer sind als der gesamte Firmenwert. Nachdem der Handel wieder eröffnet wurde, fiel der UPC-Anteilschein um zwölf Prozent auf 51 Euro Cent. Im März 2000 notierte die Aktie noch bei rund 83 Euro. In den gestern veröffentlichten Ergebnissen für das dritte Quartal 2001 meldete UPC einen Nettoverlust von 711,4 Millionen Euro gegenüber einem Defizit von 639,5 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz sank im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um vier Prozent auf 342 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung beläuft sich auf 8,2 Milliarden Euro. Jetzt droht dem Unternehmen

ein Delisting von der Amsterdamer Börse innerhalb der kommenden drei Monate. Unternehmensangaben zufolge will UPC in naher Zukunft einen Restrukturierungsplan vorlegen. Analysten vermuten, dass der Medienkonzern Liberty Media Group die Niederländer retten will. Das US-Unternehmen hatte kürzlich Anleihen von UPC in Höhe von 1,59 Milliarden Euro erworben. Diese könnten nun möglicherweise in eine Beteiligung umgewandelt werden, wodurch Liberty die Kontrolle über UPC gewinnen würde.