Know-how fehlt

Unternehmen machen zu wenig aus Web 2.0

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Anzeige  Unternehmen haben die Bedeutung von Web-2.0-Anwendungen für die interne Kommunikation sowie für die Kundenbindung erkannt. Allerdings schöpfen sie einer aktuellen Studie zufolge deren Potenziale noch zu wenig aus.
Nach Ansicht der von Cubic Consulting befragten Experten werden Unternehmen künftig im Bereich von Web-2.0-Technologien insbesondere soziale Netzwerke, Wikis, Video- und Fotoportale sowie Weblogs aufbauen.
Nach Ansicht der von Cubic Consulting befragten Experten werden Unternehmen künftig im Bereich von Web-2.0-Technologien insbesondere soziale Netzwerke, Wikis, Video- und Fotoportale sowie Weblogs aufbauen.

Auf die Frage, welche Web-2.0-Technologien sich künftig in Unternehmen durchsetzen werden, stehen soziale Netzwerke, Wikis, Video- und Fotoportale sowie Weblogs bei 90 Prozent der Firmen an erster Stelle. Das ergab die Umfrage "Web 2.0 im Unternehmenseinsatz" der Hamburger Beratungsfirma Cubic Consulting. Über 80 Prozent der Befragten sagten, dass Firmen in Zukunft vor allem Mashups, Flirt Communities, AJAX-basierte Widgets sowie Foren einsetzen werden. Knapp zwei Drittel der befragten Firmen sehen in RSS-Feeds, Podcasts, Mikroblogs und Social Bookmarks die wichtigsten Enterprise-2.0-Anwendungen.

Web 2.0 in Geschäftsprozessen verankern

Die größten Bedenken beim Einsatz von Web 2.0 sehen Firmen in den unzureichenden Möglichkeiten, Web-Inhalte zu kontrollieren. Zudem fehlen Ressourcen und internes Know-how bei der Umsetzung entsprechender Projekte.
Die größten Bedenken beim Einsatz von Web 2.0 sehen Firmen in den unzureichenden Möglichkeiten, Web-Inhalte zu kontrollieren. Zudem fehlen Ressourcen und internes Know-how bei der Umsetzung entsprechender Projekte.

Allerdings schöpfen viele Unternehmen die Potenziale von Web-2.0-Anwendungen bisher nur ungenügend aus, etwa um damit die interne Kommunikation oder die Beziehungen zu Kunden zu verbessern. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Fast zwei Drittel der Befragten plagt die Angst, mit der Einführung sozialer Netzwerke oder Unternehmens-Wikis die Kontrolle über die Inhalte aus der Hand zu geben.

Die Hälfte gab an, dass die personellen Ressourcen sowie das Know-how für die Einführung und Umsetzung von Enterprise-2.0-Anwendungen und -Konzepten fehlen. Etwas weniger als 30 Prozent machen auch Sicherheitsbedenken gegen Web 2.0 geltend. Rund zehn Prozent befürchten zu hohe sowie unkalkulierbare Kosten bei der Implementierung von Web-2.0-Anwendungen.

Als wesentlichen Erfolgsfaktor bei Enterprise-2.0-Projekten bezeichnen 70 Prozent die Verankerung von Web-2.0-Anwendungen in die Unternehmensprozesse. Zwei Drittel halten eine klare Strategie und Zielvorgabe für erfolgsrelevant, 61 Prozent die Integration mit anderen Kommunikationskanälen. Darüber hinaus müssen die Web-2.0-Applikationen laufend angepasst und kontinuierlich verbessert werden.

Im Rahmen der Untersuchung befragte das Beratungsunternehmen 64 Experten aus Unternehmen, Agenturen oder Beratungen. Die Befragten sind im Online-Business oder E-Commerce tätig und setzen sich strategisch oder operativ mit Web-2.0-Anwendungen auseinander.