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Unterhaltungselektronik: Defekt im Preis inbegriffen

06.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Freude über so manche Gabe unterm Weihnachtsbaum könnte rasch in Enttäuschung umschlagen - dann nämlich, wenn sich das Produkt als nicht oder nur eingeschränkt funktionsfähig entpuppt. Dies sei keine Seltenheit, wie die "Welt am Sonntag" berichtet: Nach einer von dem auf Product-Lifecycle-Management spezialisierten Softwarehaus UGS in Auftrag gegebenen Umfrage unter 800 Fachhändlern weist im Schnitt jedes 30. Gerät bereits im jungfräulichen Zustand einen Defekt auf. Dabei sei die Reklamationsrate bei Neuprodukten aus dem Bereich Unterhaltungselektronik - etwa DVD-Spieler, Digitalkameras oder Foto-Handys - mit 3,4 Prozent besonders hoch. So wanderten laut Umfrage im Jahr 2004 insgesamt etwa 220 000 DVD-Spieler und 190 000 Fernseher defekt über die Ladentheke. Zwar kommen Computer diesbezüglich etwas besser weg, berichteten die Händler. Dennoch sei bei immerhin 170 000 der bis zum Jahresende voraussichtlich veräußerten 7,3 Millionen Rechner schon sehr bald nach dem Kauf eine Reparatur fällig. Das entspricht einer Quote von 2,4 Prozent. Anfällig sind auch Mobiltelefone mit Fotofunktion, so die Erfahrung der Händler. So treten bei 310 000 (2,4 Prozent) von 13 Millionen verkauften Handys sehr zeitig Mängel auf.

Studieninitiator UGS führt die hohe Fehlerrate primär auf den starken Wettbewerbsdruck und eine mangelnde Koordination der Entwicklungs- und Herstellungsprozesse zurück. (kf)