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University of Cambridge erwägt Klage gegen Oracle und KPMG

12.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die renommierte University of Cambridge erwägt nach eigenen Angaben eine Klage gegen Oracle und KPMG. Stein des Anstoßes ist ein missratenes IT-Projekt, das trotz aus dem Ruder gelaufener Kosten noch immer nicht wunschgemäß funktioniert. Das System namens "CAPSA", kurz für Commitment Accounting Software System, laufe noch immer instabil und mit unzureichenden Reporting-Funktionen. In zwei Veröffentlichungen gibt die Universität teils dem eigenen Management, teils aber auch den externen Lieferanten/Dienstleistern die Schuld.

Das CAPSA-Projekt läuft bereits seit fünf Jahren und hat mit neun Millionen Pfund (umgerechnet 13 Millionen Dollar) bereits mehr als doppelt so viel gekostet wie ursprünglich budgetiert. Die meisten Probleme verursacht laut Andrew Reid, Director of Finance, die Verwaltung der Forschungsstipendien. "Oracle hat uns ein Produkt vom schlechter Qualität geliefert. Speziell die Stipendienverwaltung ist kaum zu gebrauchen. Zwar liefert die ganze Branche solch schlechte Qualität, aber es kaum ein Trost, dass Oracle Financials als Industriestandard unter Standard läuft. Weitere Probleme verursachten schlechte Konfigurationsmöglichkeiten sowie die undisziplinierte Veröffentlichung von Patches. Außerdem hat uns der Hersteller einige Funktionalität ‘verkauft‘, bevor diese tatsächlich verfügbar war. Man muss Oracle allerdings zugute halten, dass sie sich enorm ins Zeug gelegt haben um die Sache hinzubiegen."

Als Hardware kamen übrigens Server von Sun zum Einsatz, die laut Reid aber keine Schuld trifft. Es habe zwar auch hier kleine Probleme gegeben, jedoch "nichts von Bedeutung". Weder Oracle, das Datenbank und ERP-Software lieferte, noch die später zugezogenen Berater von KPMG waren gegenüber dem "IDG News Service" zu einer Stellungnahme bereit. Die Universität will Ende des Monats über mögliche rechtliche Schritte entscheiden. (tc)