UEM in Deutschland und international auf dem Vormarsch

Unified Endpoint Management wird zum Milliarden-Dollar-Markt

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Markets & Markets treibt der zunehmende Bedarf von IT-Abteilungen, eine deutliche steigende Zahl von mobilen Endgeräten effizient zu verwalten, den Markt für Unified-Endpoint-Management- (UEM-)Lösungen an.
Viele Mitarbeiter besitzen heute mehrere mobile Endgeräte wie Smartphone, Tablet und Notebook. UEM-Lösungen helfen dabei, diese möglichst effizient zu verwalten.
Viele Mitarbeiter besitzen heute mehrere mobile Endgeräte wie Smartphone, Tablet und Notebook. UEM-Lösungen helfen dabei, diese möglichst effizient zu verwalten.
Foto: Eugenio Marongiu - shutterstock.com

UEM-Lösungen wurden zum einen mit dem Ziel entwickelt, von einem Punkt aus auf alle Endpunkte zuzugreifen. Zum anderen stellen sie gegenüber den Enterprise-Mobility-Management- (EMM-) Lösungen einen stärker business-zentrierten Ansatz dar - wobei hier fast keine klare Trennung mehr möglich ist und sich die Märkte überschneiden. Die Analysten von Markets & Markets gehen daher in einem aktuellen Bericht davon aus, dass der weltweite Markt für UEM-Lösungen bis 2020 auf 3,7 Milliarden Dollar anwächst. Ausgehend von einem geschätzten Volumen von 624,9 Millionen Dollar in 2015 entspricht dies einem jährlichen Wachstum von 42,9 Prozent.

Der stärkste regionale Markt ist dabei Nordamerika mit einem geschätzten Volumen von 285 Millionen Dollar im vergangenen Jahr, gefolgt von Europa, den Asien-Pazifik-Raum, die Region Naher Osten und Afrika sowie als Schlusslicht Lateinamerika.

ByoD und Mittelstand treiben deutschen UEM-Markt an

In Deutschland sieht Markets & Markets vor allem wegen der zunehmenden Verbreitung der Nutzungskonzepte ByoD (Bring your own Device) und CyoD (Choose your own Device) steigende Deployments von UEM-Lösungen. Die Auguren gehen entsprechend davon aus, dass der hiesige UEM-Markt in diesem Jahr ein Volumen von 49,9 Millionen Dollar erreicht und bis 2021 auf über 300 Millionen Dollar wächst - das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 43,6 Prozent.

Dabei werden 2016 noch Großunternehmen mit einem Anteil von fast 75 Prozent als die Vorreiter beim Einsatz von UEM-Lösungen gesehen. In den darauf folgenden fünf Jahren sollen zunehmend aber auch kleine und mittelgroße Firmen auf den UEM-Zug aufspringen, um so ein effektiveres Management zu ermöglichen. So prognostiziert Markets & Markets für den Mittelstand, dass hier die Ausgaben in UEM mit einem jährlichen Wachstum von 50,6 Prozent leicht überdurchschnittlich zulegen.

Nach Sektoren aufgeschlüsselt sehen die Analysten den Bereich Banken, Finanzdienstleister und Versicherungen (BFSI) in diesem Jahr mit 25 Prozent der Investitionen in UEM-Lösungen am stärksten vertreten, gefolgt von ITK-Firmen (19 Prozent) und Konsumgüterindustrie (13 Prozent). Das stärkste Wachstum im Fünf-Jahres-Zeitraum erwartet Markets & Markets dagegen angesichts der großen Hersteller in der Region im Automotive-Bereich.

Cloud- und Hybrid-Lösungen bevorzugt

Was die bevorzugte Art des Deployments von UEM-Lösungen in Deutschland angeht, sehen die Analysten Cloud-basierende Lösungen auf dem Siegeszug - bereits 2015 steuerten diese ihren Recherchen zufolge 13,4 Millionen Dollar zum Gesamtvolumen bei. Daneben greifen Kunden, die eine flexible Nutzungsform in Verbindung mit Expertise bei Management-Anwendungen wünschen, häufig zu Hybrid-Lösungen. Nichtsdestotrotz gibt es für On-Premise-Deployments eine solide Basis - 2015 machten diese fast 30 Prozent des gesamten UEM-Markts in Deutschland aus.