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UN-Allianz will IT in Entwicklungsländern fördern

26.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Vertreter des öffentlichen Diensts, des privaten Sektors und anderer nichtstaatlicher Organisationen haben sich diese Woche auf einer UN-Versammlung in Berlin für die Gründung einer weltweiten Allianz ausgesprochen, die IT-Investitionen in den ärmsten Ländern der Erde vorantreiben soll. Ein entsprechender Vorschlag soll nach Angaben von Sarbuland Khan, Direktor bei der UN ICT Task Force, UN-Generalsekretär Kofi Annan unterbreitet werden. Man hoffe, dass die angestrebte Initiative auf der im November 2005 abgehaltenen Versammlung des World Summit on the Information Society (WSIS) in Tunis Zustimmung finden werde. Die Idee sei, "den Ball nach dem Gipfeltreffen im kommenden Jahr im Rollen zu halten", so Khan. Man müsse Entwicklungsländern helfen, auf politischer und regulatorischer Ebene dafür zu sorgen, dass die Privatwirtschaft dort eine Schlüsselrolle hinsichtlich zu tätigender ICT-Investitionen übernimmt. Derzeit würden diese Länder noch primär als Risiko wahrgenommen. Nach Ansicht von Khan gilt es für die regionalen Regierungen zunächst, die notwendigen Marktreformen vorzunehmen. In einem zweiten Schritt müssten wohlhabendere Länder und mulilaterale Organisationen wie International Finance Corp. einen Teil des Risikos abfangen, indem sie Investoren im öffentlichen Sektor Unterstützung garantierten.

Die angestrebte globale Allianz soll jedoch weniger als umsetzende Organisation, sondern vielmehr als "Vermittler" fungieren, der Schlüsselpersonen auf globaler Basis an einen Tisch bringt, um Strategien, Reformen und Investitionsmechanismen zu diskutieren, so Khan. Dabei werde das Komitee zwar mit den Vereinten Nationen verbunden sein, allerdings als vollkommen eigenständiges Gremium agieren, "um sich nicht im Dschungel der Bürokratie zu verlieren". Zehn Organisationen - unter anderem die International Chamber of Commerce und die World Bank - haben sich bereit erklärt, die Ansichten von Partnern im öffentlichen und im privaten Bereich sowie in multilateralen Organisationen zu sammeln, bevor die ICT Task Force im kommenden April einen entsprechenden Vorschlag ausarbeiten wird. (kf)