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Twitter will nicht mit Werbung verdienen

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Die wirtschaftliche Zukunft des populären Web-Dienstes bleibt unklar. Nachdem seine Betreiber bereits einen Verkauf ausgeschlossen hatten, lehnen sie nun auch Online-Werbung als Geldquelle ab.

Stattdessen kündigte Twitter-Mitbegründer Biz Stone jetzt in einem Interview neuerlich kostenpflichtige Dienste und Tools zum Jahresende an, die für Umsatz sorgen sollen. Man habe speziell für diese Angebote einen Produktmanager eingestellt, der solche Bezahldienste definieren soll. Über die konkreten Funktionen dieser als Zusatzangebote zur freien Nutzung der Microblogging-Site gedachten Dienste, schweigt das Twitter-Management (siehe auch die Kritik am fehlenden Geschäftsmodell).

bald ausgezwitschert oder Umsatzquelle? - über ein tragfähiges Geschäftsmodell für Twitter wird seit Monaten eifrig diskutiert.
bald ausgezwitschert oder Umsatzquelle? - über ein tragfähiges Geschäftsmodell für Twitter wird seit Monaten eifrig diskutiert.

Ein Ansatz wäre es, die als sehr leistungsfähig geltende Suchmaschine von Twitter einzusetzen, um vermarktungsrelevante Inhalte suchen und auswerten zu können. Tatsächlich seien "lightweight analytics" für Geschäftskunden oder die Vermarktung von Kundendaten Konzepte, über die man nachdenke, sagte Biz Stone. Ein Beispiel könnte der im März zusammen mit dem Unternehmen Federated Media gestartete Dienst ExecTweets sein, über den professionelle Nutzer die Tweets ihrer Kollegen verfolgen können. "Wir werden (mit den neuen Angeboten) sicher nicht Milliarden verdienen, aber doch beweisen, dass sich Twitter trägt", so Biz Stone.

Genug Geld auf der Bank

Warum Online-Werbung nicht der richtige Weg sei, ließ der Manager offen. Sie habe keine Priorität für Twitter. Auch wolle man keine Vertriebsmannschaft aufbauen. Bereits im März hatte Biz Stone erklärte, dass es kein Geschäftsmodell gebe und auch nicht geplant sei. Ebenso wurden kürzlich Verkaufsgerüchte dementiert. Man denke aber darüber nach, wie sich Geld verdiene lasse. Man habe genug Geld in der Bank und wolle zunächst die Entwicklung der bisherigen Dienste weiterentwickeln und die Nutzerzahlen steigern.

Analysten wie Caroline Dangson von IDC halten Twitters Absage an Online-Werbung für gewagt: "Ich glaube, die Kombination von Suchergebnissen und Werbung auf den Nutzerseiten hätte eine interessante Einnahmequelle werden können. Es hätte sich ein Weg finden lassen, Werbung so zu platzieren, dass sie den Benutzer nicht stört." Werbung und kostenpflichtige Zusatzdienste und -anwendungen hätten sich laut Dangson ergänzt.