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Baidu

Trotz neuer Lizenz hat Google in China zu kämpfen

12.07.2010
Google steht auch nach der Erteilung der Lizenz für seine Geschäfte in China vor großen Herausforderungen.
Die Chinesen suchen am liebsten mit Baidu.
Die Chinesen suchen am liebsten mit Baidu.

Der amerikanische Suchmaschinengigant hat im Zuge der Streitigkeiten mit der chinesischen Regierung an Boden gegenüber Marktführer Baidu verloren. Wegen der drohenden Schließung der Google-Dienste sind Anzeigenkunden vermehrt zum chinesischen Konkurrenten abgewandert, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag in San Francisco.

"Es wird nicht einfach für Google werden, weil der Marktanteil in den vergangenen Monaten weiter zurückging", sagte Jake Li, ein Internet-Analyst aus dem chinesischen Shenzen. "Baidu wird wahrscheinlich weiter vorne bleiben." Am Freitag hatte Google die Erneuerung seiner Lizenz für das Betreiben seiner Suchmaschine in China von der Regierung erhalten. Die Erlaubnis muss allerdings jedes Jahr erneuert werden.

Um die Auflagen der chinesischen Regierung zu erfüllen, hatte Google zuletzt die automatische Umleitung seiner Suchseite auf die unzensierten Google-Server in Hongkong aufgehoben und den Zugang durch einen Link ersetzt, den Nutzer anklicken können. Diese Umleitung dürfte nach Einschätzung von Gene Munster, Analyst bei der Investmentbank Piper Jaffray, Google weiter schaden. Jeder Schritt, der bei der Internet-Suche nun dazu komme, werde Nutzer kosten, so Munster.

Im Juni verzeichnete Google nach Angaben der Marktforscher von StatCounter mit einem Marktanteil von 33 Prozent in China ein neues Rekordtief. Baidu lag mit 65 Prozent weit in Führung. Für den Juli ermittelten die Internet-Beobachter nur eine leichte Annäherung: Google rangiert bei 35 Prozent Marktanteil, Baidu verlor geringfügig auf 64 Prozent. (dpa/tc)