Studie zur Subscription Economy

Trend-Geschäftsmodell Abonnement

Florian Maier beschäftigt sich in erster Linie mit dem Themenbereich IT-Security. Daneben schreibt er auch über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C und ist für den Facebook-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Geschäftsmodelle auf Abonnement-Basis boomen. US-Softwareanbieter Zuora stellt eine Studie zum Thema vor, die beweist, dass Unternehmen im deutschsprachigen Raum diesbezüglich Nachholbedarf haben.

Musik- und Video-Streaming, Carsharing, Software, Cloud-Dienste - Beispiele für den Trend zum Abonnement-Modell gibt es viele. Die Wachstumsraten bestätigen, dass das Abonnement-Modell kein vorübergehender Trend ist. Das Streaming-Portal Netflix etwa wird Prognosen zufolge bis zum Jahr 2020 einen immensen Sprung von derzeit rund 500.000 auf über elf Millionen Abonnenten erleben. Erfolgskritisch ist dabei der Service: Kunden wollen schnell und spontan ihr Abo verwalten, erweitern oder bei Bedarf aussetzen. Der Dynamik des digitalen Abonnement-Booms gerecht zu werden, wird in der Zukunft eine Herausforderung für Unternehmen.

"Subscription Economy" nennt man den Trend hin zum digitalen Abonnement, das flexibel und individuell ist und sowohl Produkte als auch Services abdeckt.
"Subscription Economy" nennt man den Trend hin zum digitalen Abonnement, das flexibel und individuell ist und sowohl Produkte als auch Services abdeckt.
Foto: gustavo frazao_shutterstock.com

In den USA hat man für den Trend einen Begriff etabliert: "Subscription Economy". Im Auftrag von Software-Hersteller Zuora hat IDG Business Research Services zu diesem Thema eine Studie durchgeführt. Deren Ergebnisse zeigen, dass auf diesem Gebiet bei vielen Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) Nachholbedarf besteht - und das, obwohl die Unternehmen sich dem veränderten Kaufverhalten der Menschen sehr wohl bewusst sind.

Das flexible, individuelle Abonnement

Über 90 Prozent der Studienteilnehmer glauben, dass sich das Kaufverhalten sowohl im Business-to-Consumer-, als auch im Business-to-Business-Umfeld verändert hat. Dass sich dabei in erster Linie eine Verlagerung von Produkten hin zu Services vollzieht, meinen immerhin 84 Prozent der Befragten. In den Branchen IT-Services, Automotive, Software und Handel ist man sich laut Studie ganz besonders bewusst, dass IT-Systeme und -Prozesse heute individuell konfigurierbar und flexibel sein müssen, um den gestiegenen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.

Allerdings kann rund ein Viertel der Befragten die entscheidenden Prozesse intern nicht abbilden. Dienstleister, Handelsunternehmen und die Autoindustrie sehen sich laut Studie am wenigsten in der Lage, den Anforderungen gerecht zu werden.

Was die Subscription Economy von Unternehmen verlangt

Ein Hemmschuh ist für viele Studienteilnehmer die eigene IT-Infrastruktur. Jedes zweite Unternehmen nennt "Flexibilität" als größte Herausforderung für die IT-Infrastruktur. Auch bei der "Unterstützung neuer Geschäftsmodelle", der "Steigerung der Anpassungsfähigkeit an Veränderungen" sowie der allgemeinen "Effizienz- und Produktivitätssteigerung" gibt es Handlungsbedarf: Fast jeder dritte Teilnehmer nannte mindestens einen dieser Punkte als zentrale Herausforderung für die hauseigene IT-Abteilung.

Knapp 75 Prozent der Befragten geben zudem an, ihr Unternehmen brauche länger als einen Tag, um Services für Kunden in ihre IT-Systeme zu implementieren. Besonders alarmierend: Kein Umfrageteilnehmer aus den Branchen Handel, Maschinenbau oder Medien glaubt, dass sein Unternehmen in der Lage wäre, schnell ein Subscription-Modell für eigene Services umzusetzen. Allein für die Preisanpassung brauchen 55 Prozent der Befragten mindestens zwei Tage, rund 25 Prozent der Teilnehmer nennen gar Reaktionszeiten von mindestens einer - wenn nicht mehreren - Wochen.

Digitale Geschäftsmodelle und ihr Erfolgsgeheimnis

Die bloße Existenz eines Abo-Geschäftsmodells reicht indes nicht, um den gestiegenen Anforderungen der Kunden gerecht werden zu können. Alexander Zschaler, Sales Director Central & Eastern Europe bei Zuora, bekräftigt: "Der Erfolg digitaler Geschäftsmodelle basiert nicht nur auf der eigentlichen Innovation, sondern zu einem beträchtlichen Anteil auf den Prozessen hinter den Kulissen der Unternehmen. Die Fähigkeit auf Knopfdruck Services modellieren und alles bis in die Rechnungsstellung und Buchhaltung in Echtzeit integrieren zu können, ist elementar für die neue Art der Kundenbeziehung."