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Torvalds: Linux 2.6 kommt im Juni 2003

28.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der nächste Linux-Kernel soll die Versionsnummer 2.6 tragen und bis Juni 2003 fertig sein, kündigte Linux-Erfinder Linus Torvalds auf einer "Geek Cruise" genannten Karibikkreuzfahrt vor Fans des quelloffenen Betriebssystems an. In die aktuelle Version 2.5 sollen ab Ende Oktober keine neuen Funktionen mehr integriert werden (Feature Freeze), Anfang 2003 soll mit dem Code Freeze die Weiterentwicklung des Kernel 2.5 ganz beendet werden. Durch diese klare Struktur will Torvalds Koordinationsprobleme und Monate lange Verzögerungen wie bei der Fertigstellung ders Kernels 2.4 vermeiden. Dadurch soll es für Linux-Distributoren wie Red Hat oder IBM einfacher werden, neue Varianten ihrer Server-Software zu planen.

Torvalds nutzte die Veranstaltung, um ein weiters Mal seine Abneigung gegen das Apple-Betriebssystem Mac-OS zu bekräftigen. Selbst bei Mac-OS X, das auf quelloffenen Komponeten wie dem "Mach"-Microkernel und dem Unix-Derivat FreeBSD basiert, verwehre Apple den Blick auf das Innenleben. Die Apple-Hardware sei dagegen in Ordnung. Kein gutes Haar ließ Torvalds am Itanium. Der 64-Bit-Prozessor von Intel sei nicht leistungsstark und zu teuer. Außerdem bemängelte der Linux-Erfinder und beim Prozessor-Hersteller Transmeta angestellte Entwickler, dass der Itanium nicht kompatibel zum 32-Bit-Chip Xeon sei. Er favorisiere die CPUs von AMD, da der

32-Bit- und der 64-Bit-Athlon auf dem gleichen Befehlssatz basieren. (lex)