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Time Warner und US-Justiz sind sich einig

15.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-amerikanische Medienkonzern Time Warner dürfte noch heute ankündigen, dass er die Ermittlung des Justizministeriums wegen der Bilanzierung bei America Online (AOL) außergerichtlich beilegt. Auch bei der parallelen Untersuchung der Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) stehe eine Einigung kurz bevor, zitiert das "Wall Street Journal" einen Insider. Die Kosten für die Beilegung beider Verfahren belaufen sich demnach auf 500 bis 600 Millionen Dollar. Im vergangenen Monat hatte das Unternehmen bereits Rückstellungen von 500 Millionen Dollar dafür gebildet.

Details der Übereinkunft hatte die "New York Times" heute früh veröffentlicht. Die Einigung wird es Time Warner erleichtern, wieder Akquisitionen zu tätigen oder zu restrukturieren. Während der laufenden Ermittlung war es dem Konzern untersagt, jegliche Deals zu tätigen, die mit Aktien bezahlt werden. Im vergangenen Jahr hatte Time Warner wegen der SEC-Ermittlung außerdem den Börsengang seiner Kabelsparte abgeblasen.

Die Ermittlung der SEC lief seit Mitte 2002 und befasste sich vor allem mit Buchungen, die AOL seit Mitte 1999 vorgenommen hatte. Dabei ging es unter anderem um Werbe-Deals, die ausgewiesenen Abonnentenzahlen sowie die Beteiligung an AOL Europe. (tc)