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Time-Warner-Chef Parsons will AOL sanieren

01.02.2006
Der amerikanische Medienkonzern Time Warner hat im vierten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Sämtliche Bereiche wiesen Zuwächse aus, mit Ausnahme der Internetsparte AOL, teilte Time Warner in New York mit. Unternehmeschef Richard Parsons will die Problemsparte anpacken, um dem seit zwei Jahren stagnierenden Aktienkurs wieder auf die Sprünge zu helfen.

Für 2006 stellt Time Warner eine Steigerung des bereinigten operativen Gewinns im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Zwischen 35 und 45 Prozent des EBITDA will Time Warner in den Cash-Flow stecken. In New York legte der Aktienkurs vorbörslich um 0,11 Prozent auf 17,55 Dollar zu.

Im vierten Quartal stieg der Gewinn je Aktie unterm Strich von 24 auf 29 Cent. Bereinigt um Sonderposten lag der Gewinn bei 25 Cent je Aktie. Die von First Call befragten Analysten hatten hier mit 22 Cent gerechnet. Beim Umsatz legte der Medienkonzern von 11,11 auf 11,89 Milliarden Dollar zu.

Beim Erlös traf Time Warner die Erwartungen. Allein das Kabelgeschäft trug 2,5 Milliarden Dollar zum Umsatz bei, angetrieben von starker Nachfrage für digitale Videos. Die Film-Sparte profitierte von Kassenschlagern auf DVD und setzte 3,6 Milliarden Dollar um. Das Kabelgeschäft sicherte mit Gebühren 2,44 Milliarden Dollar Umsatz. Das traditionelle Verlagsgeschäft setzte 1,73 Milliarden Dollar um.

Den einzigen Einnahmenrückgang verzeichnete die Internetsparte AOL mit 2,01 Milliarden Dollar nach 2,18 Milliarden vor einem Jahr. Diese Problemsparte stellt Parsons in den Fokus seines Sanierungsprogramms.

Im operativen Geschäft verbesserte der Medienkonzern den Gewinn von 1,6 auf 2,2 Milliarden Dollar. Mit Blick auf den Überschuss teilte Time Warner mit, das Management habe eigene Aktien für drei Milliarden Dollar zurückgekauft und verfüge über die Genehmigung, bis August 2007 weitere Aktien im Wert von 9,5 Milliarden Dollar zurückzukaufen.

Der Umsatz stieg im Gesamtjahr um vier Prozent auf 43,7 Milliarden Dollar. Die Bereiche Kabel, Fernsehsender, Filme und Verlage verzeichneten sämtlich Verbesserungen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um acht Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar zu. Prozentual zweistelliges Wachstum hatten Kabel, Fernsehsender, Verlage und die Internetsparte AOL. Einschließlich der Abschreibungen sank der Gewinn von 6,2 auf 4,5 Milliarden Dollar. (dpa/tc)