Globalfoundries belastet

Tiefrotes Quartal für Chiphersteller AMD

20.04.2012
Der Chiphersteller AMD ist erneut tief in die Verlustzone gerutscht.
AMD-Chef Rory Read kämpft weiter mit den im Vergleich zu Intel zu geringen Skaleneffekten.
AMD-Chef Rory Read kämpft weiter mit den im Vergleich zu Intel zu geringen Skaleneffekten.
Foto: AMD

Im ersten Quartal schrieb der Intel-Konkurrent einen Verlust von 590 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte es noch 510 Millionen Dollar Gewinn gegeben. Der Grund für den Einbruch war wieder einmal eine Belastung durch die Firma Globalfoundries, in die Chipwerke von AMD ausgelagert worden waren. Diesmal ging es um gut 700 Millionen Dollar. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um zwei Prozent auf 1,59 Milliarden Dollar, wie AMD am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Die Belastung durch Globalfoundries war von einer anderen Art als frühere Wertberichtigungen, die schon mehrfach die AMD-Quartalszahlen verhagelt hatten. Diesmal hatte AMD die Verträge mit Globalfoundries angepasst, und sich mit der Riesen-Zahlung das Recht erkauft, die Prozessoren auch von anderen Auftragsfertigern produzieren zu lassen. AMD gab auch den Restanteil von knapp neuen Prozent an Globalfoundries auf. Zu dem Auftragsfertiger gehört die einstige AMD-Fabrik in Dresden.

AMD macht wie auch anderen Hardware-Unternehmen die Schwäche des PC-Marktes zu schaffen. Vor allem Verbraucher greifen immer öfter zu Smartphones oder Tablet-Computern und nutzen ihre bisherigen Personal Computer länger. Ein Lichtblick für die Branche ist die Nachfrage der Unternehmen.

Ein Opteron-6200-Server-Prozessor von AMD
Ein Opteron-6200-Server-Prozessor von AMD
Foto: AMD

AMD hält seit Jahren rund ein Fünftel des Marktes für PC-Prozessoren, fast den ganzen Rest kontrolliert der große Rivale Intel. Intel meldete für das vergangene Quartal zwar auch nur einen stagnierenden Umsatz und einen Gewinnrückgang, es sind jedoch Zahlen in einer ganz anderen Größenordnung als bei AMD. Der Intel -Umsatz liegt bei 12,9 Milliarden Dollar. Und der Gewinn betrug trotz eines Rückgangs von 13 Prozent immer noch 2,7 Milliarden Dollar. Intel erklärte die Einbußen unter anderem mit höheren Entwicklungsausgaben.

Die vergangenen Jahre waren hart für AMD, erst jüngst gab es wieder gelegentlich schwarze Quartalszahlen. Die Integration des dazugekauften Grafikchip-Spezialisten ATI verschlang viel Geld. Zudem gab es immer wieder Produktionsprobleme. Trotz aller Anstrengungen gelang es AMD nicht, Intel spürbar Marktanteile abzunehmen - und jetzt ist das PC-Geschäft deutlich weniger attraktiv geworden. Auch der große Konkurrent sucht nach Wegen, wie er sein Geschäft auf mobile Geräte ausweiten kann. Bei Smartphones und Tablets dominiert seit Jahren die Plattform des britischen Chipentwicklers ARM. Intel macht gerade einen neuen Anlauf mit einem Smartphone-Prozessor.

Ein Problem von AMD ist, dass der Konzern deutlich weniger Geld für Neuentwicklungen hat als Intel . Der neue AMD-Chef Rory Read kaufte zuletzt für mehr als 330 Millionen Dollar die Firma SeaMicro, einen Spezialisten für besonders energieeffiziente Server. (dpa/tc)